Jedes zweite Grundschulkind erhält es
Taschengeld für die Jüngsten
Das erste »Gehalt« gibt’s von Mama und Papa, und manchmal steuern natürlich auch die Großeltern noch etwas dazu. Fakt ist jedenfalls: Über die Hälfte der Grundschulkinder in Deutschland bekommt Taschengeld. Ob Süßigkeiten oder Fußballsticker: Mit ihrem ersten »geregelten Einkommen« können sich Kinder kleine Wünsche selbst erfüllen.
53 Prozent mit Taschengeld in durchschnittlicher Höhe von 3,20 Euro pro Woche
Wie viel Geld soll mein Kind bekommen? Eine Frage, die in Familien häufig diskutiert wird. Eine Faustregel gibt es nicht. Für zwei Drittel (67 Prozent) der Eltern, die ihren Kindern Taschengeld geben, ist das Alter des Kindes ausschlaggebend. Dass sie auch das Verhalten des Kindes mit einbeziehen, sagen 21 Prozent.
Wie Eltern die Höhe des Taschengeldes festlegen, wie oft und wie weit sie das Portemonnaie für den Nachwuchs öffnen, zeigt jetzt eine aktuelle Umfrage des Meinungsforschungsinstituts forsa im Auftrag von CosmosDirekt. Für diese Umfrage wurden im Juni 2016 in Deutschland 500 Eltern von Kindern zwischen 6 und 9 Jahren befragt.
Nach dieser Umfrage erhalten derzeit 53 Prozent der Kinder zwischen 6 und 9 Jahren Taschengeld von ihren Eltern. Dabei landen durchschnittlich 3,20 Euro pro Woche im Portemonnaie oder Sparschwein der Mädchen und Jungen.
17 Prozent der Kinder im Grundschulalter bekommen weniger als 2 Euro wöchentlich. Für 23 Prozent gibt es zwischen 2 und knapp 5 Euro. 5 Euro oder mehr sind es dagegen nur bei 13 Prozent. Zwei von fünf Kindern im Grundschulalter (41 Prozent) gehen beim Taschengeld völlig leer aus.
Im Vergleich zu den Vorjahren hat sich die Höhe des Taschengelds kaum verändert, wie die Umfrage ergab. »Durch Taschengeld und Geldgeschenke können Kinder allerdings schnell auf ein paar Hundert Euro im Jahr kommen. Damit dieses Geld nicht sofort oder nur für den Konsum ausgegeben wird, sollten Eltern mit ihrem Kind auch über das Thema Sparen sprechen«, rät Silke Barth, Vorsorgeexpertin von CosmosDirekt. »Dabei ist wichtig, dass die Ersparnisse mit Einverständnis des Kindes angelegt werden und dem Kind erklärt wird, dass es auch weiterhin sein Geld bleibt.«
Bei 75 Prozent gibt es das Taschengeld wöchentlich
Gerade jüngere Kinder müssen erst lernen, mit ihrem kleinen Budget hauszuhalten. Denn schnell ist das Geld ausgegeben, so dass für andere Wünsche dann erst mal nichts mehr übrig bleibt.
Viele Eltern (75 Prozent) erleichtern es ihrem Nachwuchs, sich das Taschengeld richtig einzuteilen: Sie zahlen es wöchentlich aus. Nur bei jedem Fünften (20 Prozent) ist der Zahltag einmal pro Monat. Zwei Prozent bekommen es täglich.
Mehr Taschengeld für gute Noten in der Schule?
Bei 11 Prozent der Eltern spielen auch gute Schulnoten eine wichtige Rolle. Dabei machen Väter (16 Prozent) die Höhe des Taschengeldes deutlich öfter von den schulischen Leistungen abhängig als Mütter (5 Prozent). »Erziehungsexperten raten dazu, den Betrag nicht an gutes Benehmen oder erledigte Aufgaben zu knüpfen«, sagt Silke Barth. »Nur so lernen sie, mit einer bestimmten Summe auszukommen.« CosmosDirekt/nd
Weitere Informationen unter www.cosmosdirekt.de/faktencheck-taschengeld
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