Das junge Antlitz der Flucht

Die Hälfte aller Geflüchteten und MigrantInnen weltweit ist unter 18 Jahre alt

  • Lesedauer: 2 Min.

Berlin. Fast 50 Millionen Kinder und Jugendliche sind weltweit entwurzelt, rund 28 Millionen müssen vor Krieg oder Gewalt fliehen. Diese Zahlen legte das UNO-Kinderhilfswerk UNICEF in seinem ersten globalen Report zu Flucht und Migration von Kindern am Mittwoch in New York vor. Ihre Zahl hat sich damit in den letzten zehn Jahren verdoppelt. Die Hälfte aller MigrantInnen und Geflüchteten ist unter 18 Jahre alt. »Entwurzelt« lautet der Titel des Reports. Gekappte Wurzeln zur Heimat, oft auch zur Familie, zu den Eltern, sind aber nur eine der Bürden, mit denen junge MigrantInnen und Geflüchtete umgehen müssen: Lebensgefährliche Fluchtrouten durch Wüsten, über Meere oder auf Dächern von Güterzügen; oft lauern Missbrauch und Ausbeutung. Und wenn das Ziel erreicht ist, warten dort meist nur Ablehnung und Perspektivlosigkeit. Das Gesicht der Flucht - es ist jung. Und oftmals ist kaum Aushaltbares in ihm eingeschrieben.

»Unauslöschliche Bilder von einzelnen Kindern - wie das Foto des ertrunkenen Jungen Aylan Kurdi, der am Strand angespült wurde, oder das erschütterte und blutverschmierte Gesicht von Omran Daqneesh im Krankenwagen nach der Zerstörung seines Hauses haben die Welt schockiert«, sagt UNICEF-Exekutivdirektor Anthony Lake. Jedes Bild eines Mädchens oder eines Jungen stehe für Millionen von Kindern in Gefahr. Das erfordere Mitgefühl für jedes einzelne Kind, aber »auch unser Handeln für alle Kinder«, mahnt Lake vor der ersten Sondervollversammlung der UN zu Flucht und Migration am 19. September in New York. Ein Jahr nach den Ereignissen von Budapest, die im Marsch der Verzweifelten über die Autobahn und der vorübergehenden Öffnung der Grenzen mündeten, scheint jenes Mitgefühl und Handeln jedoch weit entfernt. stf Seiten 4 und 6

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