Nazi-Schläger attackieren Syrer und Afrikaner in Halle
Rassistischer Übergriff in Neukölln / Verdächtige nach Angriff auf syrische Flüchtlingskinder gestellt
In der Innenstadt von Halle (Sachsen-Anhalt) ist es am Sonntag zu zwei rassistischen Angriffen auf Geflüchtete gekommen. Zwei junge Männer aus Syrien seien von mehreren Personen verfolgt, umzingelt und verprügelt worden, teilte die Polizei am Montag in Halle mit. Die Syrer im Alter von 21 und 26 Jahren konnten dann bis zur Landesaufnahmeeinrichtung fliehen. Beide mussten aber ambulant im Krankenhaus behandelt werden.
Kurz darauf kam es zu einer weiteren Attacke am Riebeckplatz. Dort sollen mehrere Afrikaner von einer vierköpfigen Gruppe mit Flaschen beworfen worden sein. Diese warfen laut Polizei zurück. Zudem seien rassistische Parolen gerufen worden, teilte die Polizei weiter mit. Beim Eintreffen der Beamten waren bis auf einen 26-jährigen Hallenser beide Gruppen verschwunden. Dieser bestreitet jedoch eine Beteiligung, hieß es. In beiden Fällen ermittle der polizeiliche Staatsschutz.
In zwei Fällen von Übergriffen auf einen Syrer und einen Geflüchteten in Berlin-Neukölln ermittelt der Staatsschutz. Der 27 Jahre alte Syrer wurde am Freitagnachmittag in der Sonnenallee von einer Gruppe ins Gesicht geschlagen und mit Füßen gegen den Kopf getreten. Wie die Polizei mitteilte, hatten die Angreifer zunächst mit Rufen das Herkunftsland des Mannes geschmäht.
Nach dessen Angaben sahen die Angreifer arabisch aus. Mit blutenden Verletzungen im Gesicht brachte ein Passant den Mann auf eine Wache. Die Polizei suchte die Gegend erfolglos nach den Schlägern ab.
Bereits am Donnerstagabend hatte sich ein 17-Jähriger Flüchtling nach einem rassistischen Übergriff in Neukölln an die Polizei gewandt, wie die Sicherheitskräfte am Freitag berichteten. Er gab an, am S-Bahnhof Hermannstraße beleidigt und dann geschlagen worden zu sein. Ob es sich auch im Falle des angegriffenen Syrers um einen Asylsuchenden handelt, war der Polizei nicht bekannt.
Nach dem Angriff auf drei syrische Flüchtlingskinder im ostsächsischen Sebnitz stehen fünf Jugendliche unter Tatverdacht. Die vier jungen Männer im Alter von 14, 16, 19 und 20 Jahren waren gemeinsam mit einer 16-Jährigen bereits kurz nach dem Übergriff am Donnerstag ins Visier der Ermittler geraten, wie die Polizeidirektion Dresden am Montag mitteilte. Herbeigerufene Sicherheitskräfte hatten sie in der Nähe des Tatortes festgestellt.
Haupttäter soll den Angaben zufolge der 14-Jährige sein. Er wird verdächtigt, die syrischen Jungen im Alter von fünf, acht und elf Jahren mit einem Messer bedroht und geschlagen zu haben. Die Kinder waren gerade aus einem Bus gestiegen, als sie unvermittelt angegriffen wurden. Zeugen zufolge skandierten die Täter rechte Parolen.
Der Staatsschutz hat den Fall übernommen. Die Ermittlungen wegen gefährlicher Körperverletzung, des Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen sowie Beleidigung dauern an. Agenturen/nd
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