Konferenz: Armut ist kein Schicksal

Bündnis von Organisationen wird 25 Jahre alt: »Frustrierend, dass zu wenig gegen soziale Ausgrenzung passiert«

  • Lesedauer: 2 Min.

Berlin. Die Nationale Armutskonferenz beklagt die Schwerfälligkeit in der Politik. Es sei frustrierend zu sehen, wie lange politisch debattiert und dann nichts umgesetzt werde, sagte der Sprecher der Armutskonferenz, Frank Johannes Hensel, dem Evangelischen Pressedienst. Lobbyarbeit für Bedürftige sei auch in Zukunft dringend nötig, sagte der Direktor des Diözesan-Caritasverbandes für das Erzbistum Köln anlässlich des 25-jährigen Bestehens der Konferenz. Die Armutskonferenz wolle zugleich den Eindruck widerlegen, »dass man politisch sowieso kaum etwas gegen diese schicksalhaft scheinende Armut machen kann«. Das sei falsch: »Diese Wahrnehmung verkennt nämlich, dass es politische Rahmenbedingungen sind, etwa im Zuge der Hartz-IV-Gesetzgebung, die Armut begünstigen oder sogar verursachen können.«

Hensel beklagte, dass für eine wirksame Unterstützung Bedürftiger politische Wille fehle: »Denken Sie an die langwierigen und beschämenden Auseinandersetzungen um Vermögens- und Erbschaftssteuer: Eine Besteuerung wachsender Vermögen zu verlangen, drängt sich auf und ist keinesfalls Ausdruck einer Neiddebatte.« Dennoch gehe die Politik dieses Thema nicht an. Die Armutskonferenz als Bündnis von Organisationen, Verbänden und Initiativen versteht sich laut Hensel als Lobbyvereinigung »Wir werfen Themen auf, bleiben dran und entwickeln Lösungen, aktuell besonders gegen Kinderarmut«, sagte er. Zum anderen wirke die Organisation als Plattform für Austausch und Dialog. Dazu gehöre auch die Beteiligung Betroffener, deren Erfahrungen enorm wichtig seien: »Um zu wissen, wie es vielen Alleinerziehenden oder Rentnern geht, ist es entscheidend, dass genau diese Personen in der Armutskonferenz mitarbeiten und ihre Sicht der Dinge einbringen.« epd/nd

Das »nd« bleibt. Dank Ihnen.

Die nd.Genossenschaft gehört unseren Leser*innen und Autor*innen. Mit der Genossenschaft garantieren wir die Unabhängigkeit unserer Redaktion und versuchen, allen unsere Texte zugänglich zu machen – auch wenn sie kein Geld haben, unsere Arbeit mitzufinanzieren.

Wir haben aus Überzeugung keine harte Paywall auf der Website. Das heißt aber auch, dass wir alle, die einen Beitrag leisten können, immer wieder darum bitten müssen, unseren Journalismus von links mitzufinanzieren. Das kostet Nerven, und zwar nicht nur unseren Leser*innen, auch unseren Autor*innen wird das ab und zu zu viel.

Dennoch: Nur zusammen können wir linke Standpunkte verteidigen!

Mit Ihrer Unterstützung können wir weiterhin:


→ Unabhängige und kritische Berichterstattung bieten.
→ Themen abdecken, die anderswo übersehen werden.
→ Eine Plattform für vielfältige und marginalisierte Stimmen schaffen.
→ Gegen Falschinformationen und Hassrede anschreiben.
→ Gesellschaftliche Debatten von links begleiten und vertiefen.

Seien Sie ein Teil der solidarischen Finanzierung und unterstützen Sie das »nd« mit einem Beitrag Ihrer Wahl. Gemeinsam können wir eine Medienlandschaft schaffen, die unabhängig, kritisch und zugänglich für alle ist.

- Anzeige -
- Anzeige -