Clinton führt mit 2,7 Millionen Stimmen vor Trump

Nachzählungen in zwei Bundesstaaten gehen weiter - US-Milliardär schmeißt Verschwörungstheoretiker aus Übergangsteam

  • Lesedauer: 2 Min.

Washington. Die Demokratin Hillary Clinton liegt trotz ihrer Niederlage bei der US-Präsidentenwahl inzwischen landesweit mit nun fast 2,7 Millionen Stimmen vor dem Republikaner Donald Trump. Das geht aus inoffiziellen Zahlen des Cook Reports hervor, auf den sich mehrere US-Medien berufen.

Für Clinton stimmten nach derzeitigem Stand der Auszählung demnach 65,47 Millionen Menschen, für Trump 62,81 Millionen. Damit ist Clinton nicht mehr weit von den 65,9 Millionen Menschen entfernt, die 2012 für Barack Obama votiert hatten.

Diese Zahlen sind für den Wahlausgang allerdings unerheblich: Das Wahlsystem der USA ermöglicht eine Niederlage trotz einer Mehrheit der Stimmen. Trump gewann, weil er im entscheidenden Gremium der Wahlleute die Mehrheit errang.

Der gewählte Präsident hatte über Tage ohne Beweis behauptet, ohne massiven Wahlbetrug hätte er auch die Mehrheit aller Stimmen gewonnen. Nach einhelliger Meinung von Wahlexperten und der Wahlkommissionen der US-Bundesstaaten ist die Behauptung von Wahlbetrug im großen Stil eine Verschwörungstheorie, die jeder sachlichen Grundlage entbehrt.

Derweil muss der Sohn des künftigen Nationalen Sicherheitsberaters Michael T. Flynn das Übergangsteam Trumps verlassen. Dies bestätigte der designierte Vizepräsident Mike Pence am Dienstag (Ortszeit) dem US-Nachrichtensender CNN.

Der 33-jährige Michael G. Flynn steht wegen der Weiterverbreitung von Falschmeldungen im sogenannten Pizzagate-Fall in der Kritik. Clinton war im Wahlkampf von ihren Gegnern als Chefin eines Pädophilenrings bezeichnet worden, der sich in einem beliebten Pizzarestaurant in Washington treffe.

Vergangenes Wochenende stürmte ein 28-jähriger Bewaffneter das Restaurant und schoss um sich. Der Polizei, die ihn festnehmen konnte, sagte er, er sei eigens aus North Carolina gekommen, um selbst in dem Pizzagate-Fall zu »ermitteln«.

Davon unbeeindruckt verbreitete Michael G. Flynn weiter »Nachrichten« über »Pizzagate«, unter anderem via Twitter. Anfang November, vor der US-Wahl, hatte sein Vater Michael T. Flynn ebenfalls Links zu dem angeblichen Pizzagate-Fall verbreitet. Zudem twitterte er, in neu aufgetauchten E-Mails Clintons gebe es Hinweise auf Geldwäsche und Sex mit Kindern. Der designierte Nationale Sicherheitsberater Flynn ist ein pensionierter Drei-Sterne-General und früherer Chef des Militärgeheimdienstes DIA. Er gilt als Hardliner. Agenturen/nd

Das »nd« bleibt. Dank Ihnen.

Die nd.Genossenschaft gehört unseren Leser*innen und Autor*innen. Mit der Genossenschaft garantieren wir die Unabhängigkeit unserer Redaktion und versuchen, allen unsere Texte zugänglich zu machen – auch wenn sie kein Geld haben, unsere Arbeit mitzufinanzieren.

Wir haben aus Überzeugung keine harte Paywall auf der Website. Das heißt aber auch, dass wir alle, die einen Beitrag leisten können, immer wieder darum bitten müssen, unseren Journalismus von links mitzufinanzieren. Das kostet Nerven, und zwar nicht nur unseren Leser*innen, auch unseren Autor*innen wird das ab und zu zu viel.

Dennoch: Nur zusammen können wir linke Standpunkte verteidigen!

Mit Ihrer Unterstützung können wir weiterhin:


→ Unabhängige und kritische Berichterstattung bieten.
→ Themen abdecken, die anderswo übersehen werden.
→ Eine Plattform für vielfältige und marginalisierte Stimmen schaffen.
→ Gegen Falschinformationen und Hassrede anschreiben.
→ Gesellschaftliche Debatten von links begleiten und vertiefen.

Seien Sie ein Teil der solidarischen Finanzierung und unterstützen Sie das »nd« mit einem Beitrag Ihrer Wahl. Gemeinsam können wir eine Medienlandschaft schaffen, die unabhängig, kritisch und zugänglich für alle ist.