Ohne erhobenen Zeigefinger
Schwesig will Vorbehalte gegenüber Migranten in Gesprächen abbauen
Rostock. Vorbehalte gegenüber Migranten können nach Einschätzung von Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig (SPD) bei jungen Menschen in Gesprächen ohne erhobenen Zeigefinger gut abgebaut werden. Bei ihrem Besuch der Berufsschule »Dienstleistung und Gewerbe« im Rostocker Stadtteil Dierkow im Rahmen des Projekts »Prominent gegen Rassismus« zeigte sich Schwesig am Montag überrascht, wie viele junge Leute aufgeschlossen gegenüber Flüchtlingen und deren Motivation zur Flucht sind.
In diesen Schulprojekten würden die Menschen eine andere Empathie entwickeln, sagte Schwesig. Der DGB und das Netzwerk für Demokratie und Courage veranstalten an der Schule die Projekttage gegen Rassismus und Diskriminierung. Dabei geht es, so DGB-Nord-Vize Ingo Schlüter, nicht darum, sich mit den Ewiggestrigen auseinanderzusetzen. »Uns geht es vor allem darum, für ein weltoffenes und demokratisches Miteinander zu werben.« Ziel sei es, den jungen Leuten ein Verantwortungsgefühl für die ganze Gesellschaft zu übermitteln. »Demokratie ist eine Mitmachveranstaltung, die Leute sollen sich früh für den Gedanken öffnen, selbst in ehrenamtlichen Positionen Verantwortung zu übernehmen«, sagte Schlüter.
An der Berufsschule »Dienstleistung und Gewerbe« werden rund 1300 Schüler hauptsächlich in den Bereichen Hotel und Gastronomie unterrichtet. Unter ihnen sind auch Migranten, so Schulleiterin Cornelia Pohlmann. Probleme mit Extremismus unter den Schülern gebe es nicht.
Das Thema Migration und Asyl sei tief im Bewusstsein der jungen Leute verankert, sagte Mecklenburg-Vorpommerns Bildungsministerin Birgit Hesse (SPD). »Ich hätte nicht gedacht, dass so viele positive Reaktionen kommen.« Sie wolle die Auseinandersetzung zu Themen wie Rassismus intensivieren. dpa/nd
Das »nd« bleibt. Dank Ihnen.
Die nd.Genossenschaft gehört unseren Leser*innen und Autor*innen. Mit der Genossenschaft garantieren wir die Unabhängigkeit unserer Redaktion und versuchen, allen unsere Texte zugänglich zu machen – auch wenn sie kein Geld haben, unsere Arbeit mitzufinanzieren.
Wir haben aus Überzeugung keine harte Paywall auf der Website. Das heißt aber auch, dass wir alle, die einen Beitrag leisten können, immer wieder darum bitten müssen, unseren Journalismus von links mitzufinanzieren. Das kostet Nerven, und zwar nicht nur unseren Leser*innen, auch unseren Autor*innen wird das ab und zu zu viel.
Dennoch: Nur zusammen können wir linke Standpunkte verteidigen!
Mit Ihrer Unterstützung können wir weiterhin:
→ Unabhängige und kritische Berichterstattung bieten.
→ Themen abdecken, die anderswo übersehen werden.
→ Eine Plattform für vielfältige und marginalisierte Stimmen schaffen.
→ Gegen Falschinformationen und Hassrede anschreiben.
→ Gesellschaftliche Debatten von links begleiten und vertiefen.
Seien Sie ein Teil der solidarischen Finanzierung und unterstützen Sie das »nd« mit einem Beitrag Ihrer Wahl. Gemeinsam können wir eine Medienlandschaft schaffen, die unabhängig, kritisch und zugänglich für alle ist.