»Tag gegen Rassismus« im Drachenboot
Veranstalter wollen Zeichen gegen Ausgrenzung und für Respekt und Toleranz in Rostock setzen
Rostock. Die Rostocker Arbeitsagentur hat bei der Integration von Flüchtlingen Erfolge erzielt. Im Jahr 2016 seien insgesamt 154 Flüchtlinge in den Arbeitsmarkt vermittelt worden, berichtete die Chefin der Rostocker Arbeitsagentur, Anke Diettrich, am Mittwoch beim »Tag gegen Rassismus« in der Neptun-Schwimmhalle. Die Branchen, in denen die Menschen bislang integriert werden konnten, waren im Wesentlichen der Hotel- und Gaststättenbereich, die Gebäudereinigung und die Logistik. Nach Diettrichs Angaben leben im Agenturbereich aktuell rund 2300 Zugewanderte, die für eine Vermittlung in Frage kämen.
Die Veranstalter des Antirassismustags, neben der Arbeitsagentur die Stadtverwaltung sowie diverse Institutionen und Vereine, wollen damit ein Zeichen gegen Ausgrenzung und für Respekt und Toleranz in Rostock setzen. Spektakuläres Hauptereignis waren die Drachenbootrennen im 25-Meter-Becken. Dazu hatten sich vor den nahezu voll besetzten Tribünen der Schwimmhalle rund 40 Teams mit internationaler Besetzung angemeldet. In dem Drachenboot saßen sich zwei Mannschaften mit jeweils acht Personen gegenüber.
Es sei wichtig, das Thema Rassismus in den Alltag und das Bewusstsein der Menschen zu bekommen, sagte Sozialsenator Steffen Bockhahn (LINKE). Das Thema gehöre nicht der Vergangenheit an. »Wir erleben immer wieder, dass es Vorurteile gibt, die auch geäußert werden.« Wichtig sei es deshalb, Begegnungen zu schaffen, bei denen sich die Menschen aus unterschiedlichen Kulturen kennenlernen können. »Sinnbildlich geht es kaum besser, als wenn man gemeinsam in einem Boot sitzt«, sagte Bockhahn mit Blick auf die Drachenbootrennen.
Wie Hikmat Al-Sabty, Mitglied des Rostocker Migrantenrats, sagte, hat sich das Verhältnis zwischen Flüchtlingen und Deutschen im Verlauf der letzten Monate verbessert. Dies weisen beispielsweise die sinkenden Zahlen von Übergriffen gegenüber Ausländern aus. Es rentiere sich, den Blick nicht nach hinten, sondern positiv nach vorne zu richten. dpa/nd
Das »nd« bleibt. Dank Ihnen.
Die nd.Genossenschaft gehört unseren Leser*innen und Autor*innen. Mit der Genossenschaft garantieren wir die Unabhängigkeit unserer Redaktion und versuchen, allen unsere Texte zugänglich zu machen – auch wenn sie kein Geld haben, unsere Arbeit mitzufinanzieren.
Wir haben aus Überzeugung keine harte Paywall auf der Website. Das heißt aber auch, dass wir alle, die einen Beitrag leisten können, immer wieder darum bitten müssen, unseren Journalismus von links mitzufinanzieren. Das kostet Nerven, und zwar nicht nur unseren Leser*innen, auch unseren Autor*innen wird das ab und zu zu viel.
Dennoch: Nur zusammen können wir linke Standpunkte verteidigen!
Mit Ihrer Unterstützung können wir weiterhin:
→ Unabhängige und kritische Berichterstattung bieten.
→ Themen abdecken, die anderswo übersehen werden.
→ Eine Plattform für vielfältige und marginalisierte Stimmen schaffen.
→ Gegen Falschinformationen und Hassrede anschreiben.
→ Gesellschaftliche Debatten von links begleiten und vertiefen.
Seien Sie ein Teil der solidarischen Finanzierung und unterstützen Sie das »nd« mit einem Beitrag Ihrer Wahl. Gemeinsam können wir eine Medienlandschaft schaffen, die unabhängig, kritisch und zugänglich für alle ist.