Bereits über 60 Tote durch Waldbrände in Portugal
Dreitägige Staatstrauer ausgerufen / Schwerste Feuer dieser Art seit Jahren / EU sagt Hilfe zu
Lissabon. Nach dem verheerenden Waldbrand in Portugal hat die Regierung eine dreitägige Staatstrauer ausgerufen. Die Trauer galt ab Sonntag, wie die Regierung in Lissabon mitteilte. Bei dem Brand im Zentrum des Landes kamen nach jüngsten Angaben mindestens 62 Menschen ums Leben, mehr als 50 weitere wurden verletzt. Unter den Verletzten waren acht Feuerwehrleute, wie der Innenstaatssekretär Jorge Gomes erklärte. Viele Opfer starben auf der Flucht vor dem Brand in ihren Autos, als das Feuer ihnen den Weg abschnitt.
Das Feuer war am Samstagnachmittag in der Region Leiria nahe der Ortschaft Pedrógão Grande im Zentrum des Landes ausgebrochen. Hunderte Feuerwehrleute mit 160 Löschfahrzeugen waren gegen die Flammen im Einsatz. Frankreich und Spanien entsandten Löschflugzeuge zur Unterstützung der portugiesischen Einsatzkräfte.
Regierungschef Antonio Costa sprach vom schwersten derartigen Unglück in Portugal seit Jahren. In den vergangenen Tagen herrschte in Portugal eine Hitzewelle mit Temperaturen von mehr als 40 Grad Celsius.
EU sagt Hilfe zu und organisiert Löschflugzeuge
Angesichts des verheerenden Waldbrands mit mindestens 43 Toten in Portugal hat die Europäische Union Hilfe zugesagt. »Es wird alles getan werden, um den Behörden und den Menschen in Portugal in dieser Zeit der Not zu helfen«, erklärte der zuständige EU-Kommissar Christos Stylianides am Sonntag.
Auf Bitte Portugals würden über die Nothilfekoordinierung der EU Löschflugzeuge organisiert. Frankreich habe sofort drei Maschinen zugesagt, die nun rasch entsandt würden. Zusätzlich helfe Spanien ebenfalls mit Flugzeugen. Stylianides drückte seine Trauer um die Opfer und sein Mitgefühl für die Betroffenen aus.
Der Brand rund 200 Kilometer nordöstlich von Lissabon ist für Portugal der schlimmste seit Jahrzehnten. Das Land hatte nach Ausbruch des Feuers am Samstagnachmittag zunächst nur zwei Löschflugzeuge im Einsatz. Agenturen/nd
Das »nd« bleibt. Dank Ihnen.
Die nd.Genossenschaft gehört unseren Leser*innen und Autor*innen. Mit der Genossenschaft garantieren wir die Unabhängigkeit unserer Redaktion und versuchen, allen unsere Texte zugänglich zu machen – auch wenn sie kein Geld haben, unsere Arbeit mitzufinanzieren.
Wir haben aus Überzeugung keine harte Paywall auf der Website. Das heißt aber auch, dass wir alle, die einen Beitrag leisten können, immer wieder darum bitten müssen, unseren Journalismus von links mitzufinanzieren. Das kostet Nerven, und zwar nicht nur unseren Leser*innen, auch unseren Autor*innen wird das ab und zu zu viel.
Dennoch: Nur zusammen können wir linke Standpunkte verteidigen!
Mit Ihrer Unterstützung können wir weiterhin:
→ Unabhängige und kritische Berichterstattung bieten.
→ Themen abdecken, die anderswo übersehen werden.
→ Eine Plattform für vielfältige und marginalisierte Stimmen schaffen.
→ Gegen Falschinformationen und Hassrede anschreiben.
→ Gesellschaftliche Debatten von links begleiten und vertiefen.
Seien Sie ein Teil der solidarischen Finanzierung und unterstützen Sie das »nd« mit einem Beitrag Ihrer Wahl. Gemeinsam können wir eine Medienlandschaft schaffen, die unabhängig, kritisch und zugänglich für alle ist.