Dieselskandal: Audi-Manager will aussagen
Gegen Porsche-Mitarbeiter wird ebenfalls ermittelt
München. Der im Zusammenhang mit der Abgasaffäre inhaftierte ehemalige Audi-Manager Giovanni P. ist nach Angaben seines Anwalts zur Aussage bereit. Sein Mandant wolle aussagen, zitierte die »Süddeutsche Zeitung« am Montag den Rechtsanwalt des 60-jährigen Italieners, Walter Lechner. P. wolle mit der Staatsanwaltschaft kooperieren, »um seinen Beitrag zur Aufklärung des Sachverhalts zu leisten.«
Nach Angaben der Staatsanwaltschaft München II wurde der Ex-Audi-Manager am Montag vergangener Woche festgenommen und in Untersuchungshaft überstellt. Ihm sowie anderen Beschuldigten werden Betrug und unlautere Werbung vorgeworfen. P. war einer der führenden Motorenentwickler bei Audi. Laut der Staatsanwaltschaft soll er bei der VW-Tochter dazu beigetragen haben, die US-Umweltbehörden jahrelang mit manipulierten Schadstoffwerten über den Abgasausstoß von Dieseln zu täuschen.
Die Verantwortung für die Manipulationen sei bei Audi aber in den höheren Etagen zu suchen, zitierte die »Süddeutsche« Lechner. »Fest steht jedenfalls, dass mein Mandant nicht die unternehmenspolitische Entscheidung hierfür treffen konnte und auch nicht getroffen hat.« In den USA erhob die Justiz Anklage gegen P.
Auch die VW-Tochter Porsche rückt stärker ins Visier der Stuttgarter Staatsanwaltschaft: Die Behörde nahm Ermittlungen wegen einer möglichen Manipulation der Abgasnachbehandlung an Dieselfahrzeugen auf, wie ein Sprecher am Montag mitteilte. Sie richteten sich gegen unbekannte Mitarbeiter des Autobauers und einer US-Tochter. Es werde der Vorwurf des Betrugs und der strafbaren Werbung geprüft.
Im Abgasskandal spielte Porsche bisher eine Nebenrolle. Der Autobauer bezieht seine Dieselantriebe von Audi. Der Audi-Motor ist im Modell Cayenne verbaut. In Deutschland ist zudem der kleinere Geländewagen Macan Teil eines »freiwilligen« Rückrufs von 630 000 Fahrzeugen verschiedener Marken, bei denen Zweifel an der Abgastechnik bestehe. AFP/nd
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