Thüringen ändert seine Tourismus-Strategie

Freistaat will sich stärker von anderen Bundesländern mit Mittelgebirgsregionen absetzen

  • Lesedauer: 2 Min.

Erfurt. Thüringen will im Tourismus neue Akzente setzen, um sich stärker von anderen Bundesländern mit Mittelgebirgsregionen abzusetzen. So sollen die Klassikerstadt Weimar, die Wartburg bei Eisenach, der Höhenwanderweg Rennsteig und die Landeshauptstadt Erfurt »ins Schaufenster gestellt« werden, wie Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) am Dienstag in Erfurt ankündigte.

Diese Ziele sollen mehr Touristen ins Land locken, die dann auch andere Regionen und Sehenswürdigkeiten entdeckten und wiederkämen. Zudem soll der Erfolg der neuen Tourismusstrategie nicht nur an steigenden Übernachtungszahlen, sondern auch an mehr Umsatz und Qualität gemessen werden.

Der Tourismus beeinflusst nach Ministeriumsangaben rund 80 500 Arbeitsplätze im Freistaat direkt und indirekt. Der Jahresumsatz liege derzeit bei 3,1 Milliarden Euro. Er habe damit einen Anteil von mehr als drei Prozent an Thüringens Bruttoinlandsprodukt. Bisher hatte das Land zum Ziel gesetzt, die Marke von zehn Millionen Hotelübernachtungen jährlich zu erreichen.

Thüringen setze außerdem auf eine stärkere Digitalisierung, vernetzte Angebote und Datenbanken, erläuterte der Minister. Zudem müssten in Zukunft auch kleinere Anbieter in den immer wichtiger werdenden Buchungsportalen im Internet vorkommen, sagte die Geschäftsführerin der Thüringer Tourismus GmbH (TTG), Bärbel Grönegres. »In der Flut der Informationen dürfen wir nicht verwechselbar sein.«

Skeptisch äußerte sich der Tourismus-Experte der größten Oppositionsfraktion, der CDU-Landtagsabgeordnete Andreas Bühl: »Die Strategie birgt das Risiko, dass sich daraus eine Art Zwei-Klassen-Tourismus entwickelt.« Auch anderen Regionen müsse die Landesregierung eine »faire Chance zur Schaufenster-Fähigkeit« geben. Seine Fraktion werde den Einsatz der Mittel im Auge behalten. dpa/nd

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