Kolumbien bietet Ortega Asyl an

Beziehungen zu Venezuela damit weiter verschärft

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Bogotá. Venezuelas Nachbarland Kolumbien hat der geflohenen Ex-Generalstaatsanwältin Luisa Ortega politisches Asyl angeboten. Die venezolanische Regierungskritikerin stehe »unter dem Schutz der kolumbianischen Regierung«, erklärte Präsident Juan Manuel Santos am Montag im Kurzbotschaftendienst Twitter. »Wenn Sie Asyl beantragt, werden wir es gewähren«, fügte er hinzu.

Die Erklärung des kolumbianischen Präsidenten dürfte die ohnehin schon gespannten Beziehungen zu Venezuela weiter verschärfen. Ortega hatte sich am Freitag zwei Wochen nach ihrer Entlassung durch das Regierungslager nach Kolumbien abgesetzt. Begleitet wurde sie von ihrem Mann, dem Abgeordneten Germán Ferrer, gegen den in Venezuela ein Haftbefehl vorliegt. Ortega und ihr Mann waren nach einem Zwischenstopp auf der vor Venezuela gelegenen niederländischen Insel Aruba in Kolumbien eingetroffen, wie die dortige Einwanderungsbehörde mitteilte.

Die neue verfassunggebende Versammlung in Venezuela hatte Ortega Anfang August entlassen. Sie, einst eine entschiedene Unterstützerin von Venezuelas Staatschef Nicolás Maduro, war unter den Amtsträgern in Venezuela die wichtigste Gegenspielerin des sozialistischen Präsidenten, dem sie Verfassungsbruch vorwirft. Sie hatte vergeblich versucht, mit mehreren Beschwerden die verfassunggebende Versammlung zu verhindern.

In Venezuela tobt seit Monaten ein erbitterter Machtkampf zwischen dem Präsidenten und der Mitte-Rechts-Opposition. Die Versammlung soll die Verfassung novellieren. Die Opposition, die die Wahl Ende Juli boykottiert hatte, erkennt die Versammlung nicht an. Mehrere Staaten der Region verweigerten ihr ebenfalls die Anerkennung. AFP/nd

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