Gefahr von Explosionen bei Airbus 350

EU-Flugsicherheit gibt Sicherheitswarnung heraus

  • Lesedauer: 2 Min.

Toulouse. Die Europäische Agentur für Flugsicherheit (EASA) hat eine Sicherheitswarnung für das Airbus-Großraumflugzeug A350-941 herausgegeben. Der Hersteller Airbus habe identifiziert, dass es in einer Hydraulikpumpe in der Nähe der Treibstofftanks potenziell zu einer Überhitzung kommen könnte, sagte ein Unternehmenssprecher am Donnerstag. Laut EASA könnte dies im schlimmsten Fall zu einer Explosion des Treibstoff-Luft-Gemischs im Tank führen. Die Behörde schrieb den Airlines Vorsichtsmaßnahmen vor, in Kürze soll ein Softwareupdate das Risiko ausräumen. Zuvor hatte die »Welt« darüber berichtet.

Die EASA gibt fast täglich Warnungen zu möglichen Schwachstellen an Modellen heraus. Dies ist Teil der Sicherheitskultur in der Luftfahrt. Doch Warnungen der höchsten Dringlichkeitsstufe wie in diesem Fall kommen höchst selten vor.

In der Sicherheitswarnung heißt es, das Flugzeug müsse nach spätestens 149 Stunden ununterbrochener Stromversorgung einmal komplett heruntergefahren werden. Ansonsten könnten einzelne Funktionen der Flugzeugtechnik ganz oder teilweise ausfallen, wie Beobachtungen gezeigt hätten.

Die Lufthansa habe die Vorsichtsmaßnahmen an den vier A350 ihrer Flotte in der vergangenen Nacht umgesetzt, sagte eine Sprecherin der Airline. Crews und Techniker seien informiert, die Handbücher entsprechend geändert. Es gebe keine Auswirkungen auf den Flugverkehr.

Das Softwareupdate wird nach Angaben von Airbus derzeit im Simulator getestet. Es soll dafür sorgen, dass die Pumpe entsprechend überwacht wird und könne in der Nacht aufgespielt werden, die Fluggesellschaften müssten dafür ihren Flugplan nicht ändern. Der Airbus-Sprecher sagte, die EASA-Warnung habe die höchste Dringlichkeitsstufe, damit die Änderungen sofort umgesetzt werden. »Langfristig denken wir über eine Designänderung nach.«

Die A350-Familie ist der Konkurrent von Airbus zur Boeing 787 »Dreamliner«. Die erste Maschine war Ende 2014 an Qatar Airways gegangen. Bislang hat Airbus rund 100 Flugzeuge des Modells A350-900 ausgeliefert. dpa/nd

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