Windräder im Saar-Staatswald nur als Ausnahme
CDU/SPD-Koalition in Saarbrücken ändert Landesgesetz - Linkspartei will Verbot für alle Waldgebiete
Saarbrücken. In den alten Beständen des saarländischen Staatswaldes dürfen Windräder für die Stromerzeugung künftig nur noch in bestimmten Fällen gebaut werden. Entsprechende Änderungen des Landeswaldgesetzes hat der Landtag am Mittwoch in Saarbrücken mit den Stimmen von CDU und SPD beschlossen. LINKE und AfD kritisierten das Gesetz als »halbherzig« und unzureichend, weil es nur den Staatswald betreffe und zu viele Ausnahmen zulasse.
Im alten Wald, der nachweislich seit mindestens 200 Jahren besteht, stünden die Belange des Natur- und Bodenschutzes dem Bau von Windrädern »in der Regel entgegen«, heißt es im geänderten Gesetz. Windkraftanlagen dürfen künftig jedoch auch in diesem Teil des Staatswaldes gebaut werden, falls »ein überwiegendes öffentliches Interesse für die Errichtung vorliegt«. Dies sei dann der Fall, wenn es an einem Standort in 150 Metern Höhe besonders starken Wind gebe und die Stelle bereits erschlossen oder durch vorherige Eingriffe in die Umwelt vorbelastet sei.
Anträge der beiden Oppositionsparteien, den Bau von Windrädern in allen Wäldern im Saarland ausnahmslos zu verbieten, wurden von den Abgeordneten der Regierungskoalition aus CDU und SPD abgelehnt. »Wenn man wirklich Wald schützen will, dann doch nicht nur staatlichen Wald«, sagte der Linke-Fraktionsvorsitzende Oskar Lafontaine mit Blick auf private und kommunale Forsten. Wald dürfe abgeholzt werden, um den Klimawandel zu bekämpfen, kritisierte er. Petra Fretter (CDU) verteidigte die neue Regelung: Der Staatswald sei »in besonderem Maße dem Allgemeinwohl verpflichtet«. dpa/nd
Das »nd« bleibt. Dank Ihnen.
Die nd.Genossenschaft gehört unseren Leser*innen und Autor*innen. Mit der Genossenschaft garantieren wir die Unabhängigkeit unserer Redaktion und versuchen, allen unsere Texte zugänglich zu machen – auch wenn sie kein Geld haben, unsere Arbeit mitzufinanzieren.
Wir haben aus Überzeugung keine harte Paywall auf der Website. Das heißt aber auch, dass wir alle, die einen Beitrag leisten können, immer wieder darum bitten müssen, unseren Journalismus von links mitzufinanzieren. Das kostet Nerven, und zwar nicht nur unseren Leser*innen, auch unseren Autor*innen wird das ab und zu zu viel.
Dennoch: Nur zusammen können wir linke Standpunkte verteidigen!
Mit Ihrer Unterstützung können wir weiterhin:
→ Unabhängige und kritische Berichterstattung bieten.
→ Themen abdecken, die anderswo übersehen werden.
→ Eine Plattform für vielfältige und marginalisierte Stimmen schaffen.
→ Gegen Falschinformationen und Hassrede anschreiben.
→ Gesellschaftliche Debatten von links begleiten und vertiefen.
Seien Sie ein Teil der solidarischen Finanzierung und unterstützen Sie das »nd« mit einem Beitrag Ihrer Wahl. Gemeinsam können wir eine Medienlandschaft schaffen, die unabhängig, kritisch und zugänglich für alle ist.