America second

Alexander Isele über das Scheitern Trumps auf seiner Asienreise

  • Alexander Isele
  • Lesedauer: 2 Min.

Donald Trumps Asienreise macht die schlimmsten Befürchtungen derjenigen Staaten war, die bisher hoffnungsvoll auf die USA blickten. Zwar überraschte der US-Präsident mit Ruhe und Friedfertigkeit - inklusive zaghafter Angebote an Nordkorea und einer neuen Männerfreundschaft mit Xi Jinping - doch das kann nicht darüber hinwegtäuschen: Trump bleibt fest entschlossen, die Zeit ins 20. Jahrhundert zurückzudrehen, als die USA mit den Waffen einer Leitwährung und mit Zöllen die ganze Welt gefügig machten.

Unfähig, die Politik in den USA zu gestalten, greift Trump auf Dekrete zurück, die den Anschein erwecken, er sei der große Macher. Die einseitige Absage an das Transpazifische Freihandelsabkommen TPP - das große Vermächtnis seines Vorgängers Barack Obama -, kombiniert mit der Ansage an die großen und kleinen Verbündeten in Asien-Pazifik, das gegenüber der USA »unfaire« Wirtschaften einzustellen, gestaltet aber nicht, sondern trennt.

Xi Jinping in China versteht es, die Lücken zu füllen, die Trump aufreißt. Der US-Präsident stellt das eigene Land unter dem Motto America first in den Fokus jeglichen Interesses; Xi hingegen wirbt um multinationale Freihandelszonen und globale Netzwerke. Zugleich entwirft er mit der Neuen Seidenstraße eine Vision, gleich mehrere Kontinente wirtschaftlich zu integrieren. Ein Angebot, das die USA nun fallenlassen. Von Trumps Asienreise bleibt der Blick in die nicht allzu ferne Zukunft: China first - America second.

- Anzeige -

Das »nd« bleibt. Dank Ihnen.

Die nd.Genossenschaft gehört unseren Leser*innen und Autor*innen. Mit der Genossenschaft garantieren wir die Unabhängigkeit unserer Redaktion und versuchen, allen unsere Texte zugänglich zu machen – auch wenn sie kein Geld haben, unsere Arbeit mitzufinanzieren.

Wir haben aus Überzeugung keine harte Paywall auf der Website. Das heißt aber auch, dass wir alle, die einen Beitrag leisten können, immer wieder darum bitten müssen, unseren Journalismus von links mitzufinanzieren. Das kostet Nerven, und zwar nicht nur unseren Leser*innen, auch unseren Autor*innen wird das ab und zu zu viel.

Dennoch: Nur zusammen können wir linke Standpunkte verteidigen!

Mit Ihrer Unterstützung können wir weiterhin:


→ Unabhängige und kritische Berichterstattung bieten.
→ Themen abdecken, die anderswo übersehen werden.
→ Eine Plattform für vielfältige und marginalisierte Stimmen schaffen.
→ Gegen Falschinformationen und Hassrede anschreiben.
→ Gesellschaftliche Debatten von links begleiten und vertiefen.

Seien Sie ein Teil der solidarischen Finanzierung und unterstützen Sie das »nd« mit einem Beitrag Ihrer Wahl. Gemeinsam können wir eine Medienlandschaft schaffen, die unabhängig, kritisch und zugänglich für alle ist.