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Sexismus auf Schienen
Beleidigungen, sexistische Bemerkungen und Übergriffe: Erste Schaffnerin Frankreichs bekommt Entschädigung von französischer Eisenbahngesellschaft SNCF
Marseille. »Weiber haben im Zug nichts zu suchen« - solche Sprüche musste sich Frankreichs erste Schaffnerin jahrelang anhören. Nun hat ein Gericht in Marseille der früheren Bahn-Mitarbeiterin eine hohe Entschädigung zugesprochen. Die staatliche Eisenbahngesellschaft SNCF muss ihr wegen Diskriminierung insgesamt rund 120.000 Euro zahlen.
Beleidigungen, sexistische Bemerkungen und Übergriffe durch Kollegen seien an der Tagesordnung gewesen, als die junge Frau 1980 bei der französischen Bahn anfing, berichtete ein männlicher Zeuge in dem Prozess. Von ihrem Arbeitgeber habe die zunehmend verzweifelte Schaffnerin keinerlei Unterstützung erhalten. Die Frau selbst sagte aus, sie habe oft Tätigkeiten verrichten müssen, die nicht ihrer Ausbildung entsprochen hätten. Sie habe zudem im Schnitt 700 Euro brutto weniger erhalten als ihre Kollegen und keine Chancen auf eine Versetzung gehabt. Dadurch sei sie depressiv geworden. Die SNCF legte nach Ansicht der Richter in dem Berufungsverfahren keinerlei stichhaltige Begründung für ihr Verhalten vor.
Sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz ist auch in Deutschland ein Problem: In jedem vierten Unternehmen werden regelmäßig Beschwerden aufgrund von übergriffigem Verhalten gemeldet. Agenturen/nd
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