Mauer schützt die Koblenzer

Hochwasser an Rhein und Mosel sinkt wieder

  • Birgit Reichert und Jens Albes, Koblenz und Trier
  • Lesedauer: 2 Min.

Aufatmen für viele Anwohner: Die Hochwasserlage an Rhein und Mosel entspannt sich langsam. Der Deutsche Wetterdienst sagte am Montag nur noch geringe Niederschläge für die nächsten Tage voraus. An den Pegeln Maxau, Speyer und Mannheim fielen die Rhein-Pegelstände am Montagmorgen, so das Hochwassermeldezentrum in Mainz. Auch in Koblenz wurde die Scheitelwelle am Montagvormittag erreicht. Bonn und Köln sollten noch am Montag folgen. Flussabwärts würden die Höchststände am Dienstag erwartet, hieß es.

Beim Rhein wurde am Montag auf einem Abschnitt bei Speyer die Hochwassermarke II unterschritten und damit die Sperre für die Schifffahrt in diesem Bereich aufgehoben. In Trier an der Mosel fiel der Pegelstand in der Nacht zu Montag unter die Acht-Meter-Marke, so das Hochwassermeldezentrum Mosel. »Wir gehen davon aus, dass sich der Trend weiter fortsetzen wird«, sagte Sprecher Michael Schuhmacher. Am Dienstag könnte der Pegelstand in Trier unter sieben Metern liegen: »Dann wird voraussichtlich auch die Schifffahrt wieder möglich sein.«

Am Wochenende wurden besonders an der Mittelmosel Straßen überflutet, Wasser drang in Keller und Häuser ein. »Wir fangen jetzt langsam an mit dem Saubermachen«, so der Bürgermeister von Ürzig im Kreis Bernkastel-Wittlich, Arno Simon, am Montag. Die Bürger reinigten Keller und Flure, die Gemeinde die Straßen. Rund 30 Häuser in der ersten Reihe am Fluss seien betroffen. Der höchste Wert dieses Mosel-Hochwassers war am Freitag bei 8,50 Metern in Trier gemessen worden. Befürchtungen eines Anstiegs auf über neun Meter hatten sich nicht bewahrheitet. »So sind wir noch mal mit einem blauen Auge davon gekommen«, sagte Simon.

In Koblenz, wo die Mosel in den Rhein mündet, zog die Feuerwehr eine positive Zwischenbilanz der fast vier Kilometer langen mobilen Hochwassermauer, die erstmals im Ernstfall zum Einsatz kam. »Wir sind absolut zufrieden«, sagte ihr Sprecher Manfred Morschhäuser am Montag. Die Anwohner seien glücklich: »Sie hätten sonst nasse Füße bekommen und hätten Sachen wegräumen müssen.« Die Mauer schützt drei Stadtteile. Sie hat 47,7 Millionen Euro gekostet. Sie ist für einen Rhein-Wasserstand von 8,45 Metern ausgelegt. Der Scheitel am Montagmorgen erreichte 7,53 Meter.

Morschhäuser sagte, dass die Wasserstände nur sehr langsam fielen. Straßensperrungen und Busumleitungen blieben in Koblenz bestehen. Auch in anderen Gemeinden an Rhein und Mosel beeinträchtigte das Hochwasser weiter den Alltag. In Vallendar nahe Koblenz waren manche Gebäude wie auch in anderen Rhein- und Moselgemeinden weiter nur über Stege erreichbar. dpa/nd

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