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Abschied vom Café Sibylle

  • Lesedauer: 2 Min.

Am Ostersonnabend hieß es in der Karl-Marx-Allee 72 Abschied nehmen: Mit dem stadtbekannten Café Sibylle musste nach rund 65 Jahren am historischen Standort eines der wenigen verbliebenen Markenzeichen der alten Ostberliner Mitte schließen. Dicht macht damit auch die kleine, mit öffentlichen Mitteln geförderte Ausstellung zur Geschichte der Stalinallee, wie der DDR-Boulevard zunächst hieß. Der Mietvertrag war nicht verlängert worden, ein neuer nicht zuletzt an den in Aussicht stehenden Mietkosten gescheitert. Ob es nun am wirtschaftlichen Umfeld oder an mangelnder Unterstützung durch den Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg lag - am Ende büßen die Stadt und vor allem der Kiez eine gut besuchte kulturelle Institution, einen Bürger- und Vereinstreff und ein gemütliches Kaffeehaus ein, das ein wenig aus der Zeit gefallen schien.

Viele Stammgäste und Anwohner waren vorbeigekommen, um traurig »Tschüß« zu sagen. Vor dem Lokal mit der nostalgischen Neonreklame aus den 1960er Jahren hatten sich Freunde und Unterstützer um die Friedrichshainer Künstlerin und Friedensaktivistin Ute Bella Donner (3.v.r.) versammelt. Kämpferisch präsentierten sie die von Donner geschaffenen und signierten »Rettungsschirme für Arme - Schirme für den Frieden«, die lange das Innere des Cafés geschmückt hatten. »Ich bedanke mich hiermit ausdrücklich bei allen, die uns unterstützt haben, und für das entgegengebrachte Vertrauen in den vergangenen vier Jahren«, teilte Geschäftsführer Uwe Radack auf der Internetseite des Cafés mit. »Auch für mich endet damit ein bedeutsamer Teil der Geschichte in der Karl-Marx-Allee.« tm Foto: Christian Mang

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