Pflegezeit analog zur Elternzeit
Dachverband fordert
Die Bundesarbeitsgemeinschaft der Senioren-Organisationen (Bagso) fordert für pflegende Angehörige eine mehrmonatige Pflegezeit nach dem Modell der Elternzeit. In Deutschland würden die meisten Hilfsbedürftigen zu Hause von ihren meist auch berufstätigen Angehörigen gepflegt. Was für Eltern heute als selbstverständlich erscheine, müsse auch für pflegende Angehörige gelten. Sie brauchen eine staatlich finanzierte Lohnersatzleistung, mindestens für einige Monate.
Die aktuellen Regelungen des Pflegezeitgesetzes, die zur Vereinbarkeit von beruflichen und pflegerischen Aufgaben beitragen sollen, reichten nicht aus, so die Bundesarbeitsgemeinschaft. Das zinslose Darlehen, das pflegenden Angehörigen seit 2015 angeboten wird, sei nach Auskunft des Bundesfamilienministeriums im vergangenen Jahr lediglich 181 Mal bewilligt worden und habe sich nicht bewährt. Deshalb seien gesetzliche Neuregelungen notwendig.
Die Bundesarbeitsgemeinschaft fordert mehrmonatige berufliche Freistellungen, die wie beim Elterngeld aus Steuergeldern finanziert werden. Zudem müsse es eine Rückkehrgarantie in den Betrieb geben. Änderungen sind nach Ansicht der Bagso auch beim Anspruch auf zehn arbeitsfreie Tage bei kurzzeitiger Verhinderung durch Pflegeaufgaben notwendig. Beschäftigten mit Pflegeverantwortung sollten diese zehn Tage nicht nur einmalig, sondern jährlich zustehen, wie berufstätigen Eltern, deren Kinder krank sind. epd/nd
Das »nd« bleibt. Dank Ihnen.
Die nd.Genossenschaft gehört unseren Leser*innen und Autor*innen. Mit der Genossenschaft garantieren wir die Unabhängigkeit unserer Redaktion und versuchen, allen unsere Texte zugänglich zu machen – auch wenn sie kein Geld haben, unsere Arbeit mitzufinanzieren.
Wir haben aus Überzeugung keine harte Paywall auf der Website. Das heißt aber auch, dass wir alle, die einen Beitrag leisten können, immer wieder darum bitten müssen, unseren Journalismus von links mitzufinanzieren. Das kostet Nerven, und zwar nicht nur unseren Leser*innen, auch unseren Autor*innen wird das ab und zu zu viel.
Dennoch: Nur zusammen können wir linke Standpunkte verteidigen!
Mit Ihrer Unterstützung können wir weiterhin:
→ Unabhängige und kritische Berichterstattung bieten.
→ Themen abdecken, die anderswo übersehen werden.
→ Eine Plattform für vielfältige und marginalisierte Stimmen schaffen.
→ Gegen Falschinformationen und Hassrede anschreiben.
→ Gesellschaftliche Debatten von links begleiten und vertiefen.
Seien Sie ein Teil der solidarischen Finanzierung und unterstützen Sie das »nd« mit einem Beitrag Ihrer Wahl. Gemeinsam können wir eine Medienlandschaft schaffen, die unabhängig, kritisch und zugänglich für alle ist.