Bergbaukonzern verspricht Bürgerdialog über Grubenflutung

Saarland: RAG rechnet mit Genehmigung für Wasseranstieg in Altschächten - betroffene Gemeinden befürchten Schäden für Mensch und Umwelt

  • Katja Sponholz, Ensdorf
  • Lesedauer: 2 Min.

Der Bergbaukonzern RAG erwartet einen positiven Planfeststellungsbeschluss für seinen geplanten Grubenwasseranstieg im Saarland. »Wir sind fest davon überzeugt, dass wir mit unserem Konzept eine ökologisch nachhaltige und auch notwendige Lösung zur Ewigkeitsaufgabe bieten«, sagte Uwe Penth, Regionalbeauftragter der RAG an der Saar, am Donnerstag vor Journalisten in Ensdorf.

Mit dem Grubenwasserkonzept Saar, das auch für die kommenden Generationen einen »guten Schritt« leiste, nähere man sich stufenweise den natürlichen Gegebenheiten an. »Das Pumpen von Grubenwasser war nur erforderlich in Zeiten des Bergbaus«, sagte Penth. Danach sei es »ökologisch eigentlich unsinnig«, da es Strom verbrauche und die Gewässer belaste.

In den rund 30 beteiligten Städten und Gemeinden im Saarland regt sich jedoch Protest gegen das Vorhaben der RAG, nach dem 2012 erfolgten Ende des Saar-Bergbaus die Gruben in Duhamel und Reden in einer ersten Phase bis 320 Meter unter Normalnull volllaufen zu lassen.

Rund 7000 Bürger haben beim Oberbergamt Einwendungen gegen die Pläne eingereicht. Sie befürchten vor allem eine Kontaminierung des Grundwassers sowie Bodenbewegungen und Tagesbrüche. Die RAG wies diese Befürchtungen am Donnerstag zurück: Es seien »keine unkontrollierten Gasaustritte« und keine Bergschäden, sondern »allenfalls Erschütterungen« zu erwarten, sagte der Leiter der Grubenwasserhaltung, Michael Drobniewski. Zudem ließen sich die PCB-Werte in Oberflächengewässern »effektiv reduzieren«, und die Nebenbäche der Saar würden auf 70 Kilometern Länge frei von Grubenwasser und möglichen Schadstofffrachten. Auch gebe es keine Auswirkungen auf die Qualität des Trinkwassers. »In keinem Gebiet im Saarland berührt der geplante Anstieg auf minus 320 Meter die Trinkwassergewinnung.«

Nach einem Gespräch mit Bürgermeistern aus den betroffenen Gemeinden am Donnerstagnachmittag will die RAG das Grundwasserkonzept Saar im Mai und Juni bei Bürgerdialogen in Schwalbach, Heusweiler und Quierschied vorstellen.

Noch ist vollkommen offen, wann das Planfeststellungsverfahren beendet ist. Das saarländische Wirtschaftsministerium rechnet nicht damit, dass es in diesem Jahr eine Entscheidung geben wird. dpa/nd

- Anzeige -

Das »nd« bleibt. Dank Ihnen.

Die nd.Genossenschaft gehört unseren Leser*innen und Autor*innen. Mit der Genossenschaft garantieren wir die Unabhängigkeit unserer Redaktion und versuchen, allen unsere Texte zugänglich zu machen – auch wenn sie kein Geld haben, unsere Arbeit mitzufinanzieren.

Wir haben aus Überzeugung keine harte Paywall auf der Website. Das heißt aber auch, dass wir alle, die einen Beitrag leisten können, immer wieder darum bitten müssen, unseren Journalismus von links mitzufinanzieren. Das kostet Nerven, und zwar nicht nur unseren Leser*innen, auch unseren Autor*innen wird das ab und zu zu viel.

Dennoch: Nur zusammen können wir linke Standpunkte verteidigen!

Mit Ihrer Unterstützung können wir weiterhin:


→ Unabhängige und kritische Berichterstattung bieten.
→ Themen abdecken, die anderswo übersehen werden.
→ Eine Plattform für vielfältige und marginalisierte Stimmen schaffen.
→ Gegen Falschinformationen und Hassrede anschreiben.
→ Gesellschaftliche Debatten von links begleiten und vertiefen.

Seien Sie ein Teil der solidarischen Finanzierung und unterstützen Sie das »nd« mit einem Beitrag Ihrer Wahl. Gemeinsam können wir eine Medienlandschaft schaffen, die unabhängig, kritisch und zugänglich für alle ist.