Buchautor Wohlleben warnt vor Abholzung

»Ein katastrophales Signal gegen den Klimaschutz«: Bestseller-Autor ist zuversichtlich, dass die geplante Rodung des Hambacher Forsts noch abgewendet werden kann

  • Lesedauer: 2 Min.
Hambacher Forst – Buchautor Wohlleben warnt vor Abholzung

Kerpen. Der Umweltexperte und Buchautor Peter Wohlleben hat eindringlich vor der Abholzung des Hambacher Forsts zur Braunkohle-Förderung gewarnt. »Das ist einer der letzten wirklich alten deutschen Laubwälder, also letztlich unser Regenwald, der mit Volldampf abgeholzt werden soll«, sagte Wohlleben am Sonntag im Hambacher Forst der Deutschen Presse-Agentur. »Das wäre ein katastrophales Signal gegen den Klimaschutz.« Nur noch 0,3 Prozent der deutschen Wälder seien wirklich intakte alte Laubwälder. Der 54-Jährige nahm an einer Demonstration von Umweltschützern und Aktivisten durch den Wald teil.

Der Hambacher Forst ist schätzungsweise 12 000 Jahre alt, das Alter seiner Bäume liegt bei bis zu 300 Jahren. Die üblichen Wälder in Deutschland seien Plantagen - ihre Bäume wurden also abgeholzt und später wurden Bäume neu hochgezogen, erklärte der gebürtige Bonner. Der Hambacher Forst sei fast ein Urwald und enorm wichtig für den Klimaschutz.

So nähmen alte Laubwälder nicht nur viel CO2 auf, sondern sie kühlten die Temperaturen runter - der Unterschied zwischen Stadtzentren und dem Land liege an heißen Sommertagen mitunter bei acht Grad. Durch diese natürliche Abkühlung könnten die Folgen von heißem Wetter also deutlich abgemildert werden. »Wälder können uns sehr helfen - doch anstatt ihnen zu helfen, schwächen wir sie«, sagte der Förster. »Schlimmer geht es nicht.«

Der Bestseller-Autor (»Das geheime Leben der Bäume«) ist zuversichtlich, dass die vom Energiekonzern RWE geplante Rodung des Hambacher Forsts noch abgewendet werden kann und verwies dabei auf die Kommunen, die Großaktionäre sind und dadurch Druck machen könnten auf die Chefetage. Das Thema Hambacher Forst sei ein »Prüfstein«, ob Deutschland es ernst nehme mit dem Klimaschutz, sagte Wohlleben. dpa/nd

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