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Neustart für Kreuzberger Maifeiern
Die Wünsche der Anwohner sollen zukünftig berücksichtigt werden
Die Feierlichkeiten rund um den 1. Mai in Kreuzberg sollen an die Wünsche der Anwohner angepasst werden. Das verspricht der Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg nach Auswertung einer repräsentativen Befragung in Kreuzberg 36, der östlichen Hälfte des Stadtteils. Fast die Hälfte der Bewohner empfanden das MyFest 2018 als »enorme Belastung« oder gaben an, dass an diesem Tag überhaupt kein normales Leben mehr möglich sei. Im Kerngebiet rund um die Oranienstraße waren sogar 54 Prozent der Anwohner dieser Meinung. Hauptkritikpunkte sind die Verschmutzung, der anfallende Müll und die Menschenmengen.
Tatsächlich strömen jährlich Hunderttausende Besucher am 1. Mai in den Kiez. Trotzdem sprechen sich fast zwei Drittel der Bewohner für einen Erhalt des MyFestes aus. In der unmittelbaren Umgebung halten sich Gegner und Befürworter die Waage.
Die 2018 erstmals organisierte MaiGörli-Veranstaltung im Görlitzer Park ist bei den Anwohnern mit über 60 Prozent Ablehnung allerdings durchgefallen. Das Bezirksamt will jedoch auch den Görlitzer Park 2019 wieder bespielen, um ihn vor Übernutzung zu schützen. Dem Vernehmen nach allerdings in deutlich ruhigerer Form.
Geplant seien beim MyFest mehr WCs und ein vielfältigeres Bühnenprogramm mit lokalen Künstler*innengruppen und Sportvereinen. Insgesamt sollen lokale Einrichtungen und Initiativen eine stärkere Rolle spielen, heißt es beim Bezirksamt.
Zum 1. Mai fanden bereits im Sommer vorigen Jahres Veranstaltungen mit Anwohnern im und um die Grünanlage statt. Auch der Parkrat des Görlitzer Parks stellte der Bezirksbürgermeisterin Monika Herrmann (Grüne) Anfang Januar seine Ideen für die Feiern vor.
Am kommenden Dienstag wird es hierzu eine weitere Veranstaltung mit Monika Herrmann geben. Bezirksamt und die beteiligten Akteure wollen das neue Konzept im März bei einer Bürgerversammlung vorstellen.
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