Wagenknecht teilt erneut aus
Osnabrück. Die Vorwürfe sind nicht neu. Am Wochenende erklärte Sahra Wagenknecht wieder einmal, die LINKE habe sich »von den ärmeren Schichten teilweise entfremdet«. Denn sie spreche »oft nicht deren Sprache« und werde von ihnen als »von oben herab empfunden«, sagte die Vorsitzende der Linksfraktion im Bundestag der »Neuen Osnabrücker Zeitung«. Parteichefin Katja Kipping wies dies zurück.
Wagenknecht betonte: »Linkssein heißt, soziale Missstände zu bekämpfen, und nicht etwa, einen bestimmten Lifestyle zu pflegen, der womöglich sogar noch ziemlich elitär ist.« Die 49-Jährige hatte Anfang März angekündigt, nicht erneut für das Amt der Fraktionsvorsitzenden zu kandidieren. Gegenüber der »NOZ« monierte sie erneut, etliche Linke stellten jeden, der eine »differenzierte Sicht auf Migration einfordert, in die Nazi-Ecke«. Wer das tue, stärke damit rechte Parteien. Denn aus Wut über solche Diffamierung würden viele irgendwann tatsächlich die AfD wählen.
Parteichefin Kipping sagte den Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland (RND), sie erlebe »täglich eine Linke, die wie ich voll Leidenschaft gegen Armut und Hartz IV kämpft«.
Unterdessen berichtete das RND unter Berufung auf »Quellen aus dem Umfeld« von Fraktionschef Dietmar Bartsch, dieser wolle sein Amt künftig gern allein ausüben. Den innerparteilichen Regularien zufolge muss die Fraktion aber von einem Mann und einer Frau geführt werden. Außerdem sollen Ost- und Westdeutschland repräsentiert sein. Dies hatte seinerzeit jedoch auch Gregor Gysi mit der Ankündigung ausgehebelt, die Fraktion nur allein oder gar nicht führen zu wollen.
Für das Amt der Kofraktionsvorsitzenden werden laut RND Kipping, Caren Lay, Martina Renner - beide aus Rheinland-Pfalz stammend, aber seit längerem in Sachsen beziehungsweise Thüringen lebend -, die frühere Bundesvorsitzende Gesine Lötzsch und die Münchnerin Nicole Gohlke gehandelt. AFP/nd
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