- Politik
- Kuba
Kuba legalisiert WLAN für Privathaushalte
Auf öffentlichen Plätzen war es schon möglich, nun können Kubaner auch zuhause ins Internet - allerdings zu einem hohen Preis.
Auf Kuba dürfen Privathaushalte seit Montag WLAN empfangen. Bisher war das nur mit mobilen Geräten auf bestimmten öffentlichen Plätzen möglich. Das Netz gehört der staatlichen und einzigen kubanischen Telekommunikationsfirma ETECSA. Kommunikationsminister Hernandez sagte laut Deutschlandfunk, die Kubaner verteidigten die Revolution auf allen Ebenen, auf dem realen sowie auf dem virtuellen Terrain. »ntv« zufolge fügte der Minister hinzu: »Nicht alles im Internet ist gut« und es sei das Recht des Staates seine Bevölkerung zu schützen. Viele Seiten werden wahrscheinlich weiterhin blockiert bleiben.
Das WLAN-Netzwerk erreicht allerdings längst nicht alle Gegenden Kubas. Zudem ist der Internet-Zugang teuer: In der niedrigsten Geschwindigkeitsstufe (256 Kilobites pro Sekunde) kosten 30 Stunden 15 Kubanische Umwandelbare Peso (CUC), was etwa 15 US-Dollar (USD) entspricht. Das Durchschnittseinkommen im Staatssektor beträgt laut der zentralen Gewerkschaftsorganisation CTC 33 USD. Unter dem Hashtag #Bajenlospreciosdeinternet (»Senkt die Preise für das Internet«) protestieren Twitter-Nutzer*innen seit Längerem gegen die hohen Preise.
Bereits seit Anfang der 2000er besteht das sogenannten Street Network, kurz SNET in Kubas Hauptstadt Havanna, über das Computer miteinander vernetzt sind. Das nicht-kommerzielle Netzwerk wurde von Privatpersonen aufgebaut und ist unabhängig von der Regierung und von ETECSA. Hauptsächlich wird es zum gemeinsamen Spielen verwendet, es können aber auch Daten wie Filme oder Bücher ausgetauscht und auf sozialen Plattformen diskutiert werden. Nutzer*innen befürchten, dass dieses selbstorganisierte Netzwerk durch die WLAN-Legalisierung in Gefahr sein könnte, weil es nicht den ETECSA-Auflagen entspricht. luz
Das »nd« bleibt. Dank Ihnen.
Die nd.Genossenschaft gehört unseren Leser*innen und Autor*innen. Mit der Genossenschaft garantieren wir die Unabhängigkeit unserer Redaktion und versuchen, allen unsere Texte zugänglich zu machen – auch wenn sie kein Geld haben, unsere Arbeit mitzufinanzieren.
Wir haben aus Überzeugung keine harte Paywall auf der Website. Das heißt aber auch, dass wir alle, die einen Beitrag leisten können, immer wieder darum bitten müssen, unseren Journalismus von links mitzufinanzieren. Das kostet Nerven, und zwar nicht nur unseren Leser*innen, auch unseren Autor*innen wird das ab und zu zu viel.
Dennoch: Nur zusammen können wir linke Standpunkte verteidigen!
Mit Ihrer Unterstützung können wir weiterhin:
→ Unabhängige und kritische Berichterstattung bieten.
→ Themen abdecken, die anderswo übersehen werden.
→ Eine Plattform für vielfältige und marginalisierte Stimmen schaffen.
→ Gegen Falschinformationen und Hassrede anschreiben.
→ Gesellschaftliche Debatten von links begleiten und vertiefen.
Seien Sie ein Teil der solidarischen Finanzierung und unterstützen Sie das »nd« mit einem Beitrag Ihrer Wahl. Gemeinsam können wir eine Medienlandschaft schaffen, die unabhängig, kritisch und zugänglich für alle ist.