- Politik
- LINKEN-Anfrage
Mehr als 16.000 Abschiebungen bis September
Eine Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der LINKEN zeigt, dass Deutschland sechs Millionen Euro für Abschiebungen ausgibt
Berlin. In den ersten neun Monaten des Jahres sind 16.808 Asylsuchende aus Deutschland abgeschoben worden, die meisten davon nach Italien. Wie die Zeitungen der Funke Mediengruppe unter Berufung auf eine Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Linksfraktion berichtet, erwartet die LINKE auf das Jahr hochgerechnet 22.411 Abschiebungen, etwas weniger als im Vorjahr. 2018 wurden 23.617 Menschen aus Deutschland abgeschoben.
Bei den Zielländern liegt Italien dem Bericht zufolge mit 1.894 Abschiebungen vorn, gefolgt von Albanien (1.178) und Frankreich (906). Meist seien Nordafrikaner außer Landes gebracht worden, die über das Mittelmeer nach Italien, Frankreich oder Spanien geflohen und weiter nach Deutschland gezogen waren, obwohl sie nach den EU-Regeln im Erstaufnahmeland bleiben sollten. Sogenannte Dublin-Überstellungen in der EU machen einen Großteil der Abschiebungen aus.
Rund 56 Prozent der Migranten wurden demnach mit Linienmaschinen außer Landes gebracht, 32 Prozent mit Charterflügen, die übrigen Menschen auf dem Land- oder Seeweg. Für die »Sicherheitsbegleitung« - die Bewachung von Flüchtlingen bei der Abschiebung - habe der Bund bis September rund sechs Millionen Euro gezahlt.
Die LINKEN-Abgeordnete Ulla Jelpke sagte den Funke-Zeitungen, das Geld könnte sinnvoller eingesetzt werden, etwa für Integrationskurse. »Die Bundesregierung sollte endlich eine wirksame Bleiberechtsregelung für abgelehnte Asylsuchende auf den Weg bringen, anstatt Abschiebungen mit immer repressiveren Mitteln durchzusetzen«, forderte sie. epd/nd
Das »nd« bleibt. Dank Ihnen.
Die nd.Genossenschaft gehört unseren Leser*innen und Autor*innen. Mit der Genossenschaft garantieren wir die Unabhängigkeit unserer Redaktion und versuchen, allen unsere Texte zugänglich zu machen – auch wenn sie kein Geld haben, unsere Arbeit mitzufinanzieren.
Wir haben aus Überzeugung keine harte Paywall auf der Website. Das heißt aber auch, dass wir alle, die einen Beitrag leisten können, immer wieder darum bitten müssen, unseren Journalismus von links mitzufinanzieren. Das kostet Nerven, und zwar nicht nur unseren Leser*innen, auch unseren Autor*innen wird das ab und zu zu viel.
Dennoch: Nur zusammen können wir linke Standpunkte verteidigen!
Mit Ihrer Unterstützung können wir weiterhin:
→ Unabhängige und kritische Berichterstattung bieten.
→ Themen abdecken, die anderswo übersehen werden.
→ Eine Plattform für vielfältige und marginalisierte Stimmen schaffen.
→ Gegen Falschinformationen und Hassrede anschreiben.
→ Gesellschaftliche Debatten von links begleiten und vertiefen.
Seien Sie ein Teil der solidarischen Finanzierung und unterstützen Sie das »nd« mit einem Beitrag Ihrer Wahl. Gemeinsam können wir eine Medienlandschaft schaffen, die unabhängig, kritisch und zugänglich für alle ist.