UN will faire Verteilung von Impfstoff

Warnung vor neuer Hungerkrise wegen Corona

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New York. Die 193 Mitgliedstaaten der Vereinten Nationen haben einen »gleichberechtigten« Zugang zu künftigen Impfstoffen gegen das neuartige Coronavirus verlangt. Eine entsprechende Resolution wurde am Montag von der UN-Vollversammlung in New York einstimmig verabschiedet. Darin wird gefordert, dass künftige Medikamente sowie Impfstoffe gegen das Virus in »gerechter, transparenter, gleichberechtigter und effizienter« Form allen Ländern mit entsprechendem Bedarf zur Verfügung gestellt werden sollten. Dies gelte besonders für die Entwicklungsländer. An UN-Generalsekretär António Guterres appellierte die Vollversammlung, Vorkehrungen für eine faire weltweite Verteilung von Präventionsmitteln, Tests sowie künftigen Medikamenten und Seren im Kampf gegen die Pandemie zu treffen.

In der Resolution wird auch die »entscheidende Rolle« der Weltgesundheitsorganisation (WHO) im Kampf gegen das Coronavirus hervorgehoben. US-Präsident Donald Trump hatte der UN-Unterorganisation in den vergangenen Tagen schweres »Missmanagement« in der Coronakrise und Einseitigkeit zugunsten Chinas angelastet sowie einen Stopp der US-Zahlungen an die WHO verkündet. Dennoch wurde die jetzige Resolution der UN-Vollversammlung auch von den USA unterstützt. Eingebracht worden war der Resolutionstext von Mexiko.

Unterdessen warnen die UN in einem am Dienstag veröffentlichten Bericht vor einer Hungerkrise in Folge der Corona-Pandemie. Insgesamt könnten 265 Millionen Kinder, Frauen und Männer vor allem in armen Ländern im laufenden Jahr unter den schlimmsten Formen des Hungers leiden, erklärte das Welternährungsprogramm. Das wäre ein Anstieg um 130 Millionen Menschen im Vergleich zu 2019. Im vorigen Jahr waren laut den UN 135 Millionen Menschen am schlimmsten von Hunger betroffen. Um die Eskalation zu vermeiden, müsse ausreichende internationale Hilfe mobilisiert werden.

Es sei zu erwarten, dass mehr Menschen infolge der verheerenden wirtschaftlichen Folgen der Pandemie sterben würden als an der Krankheit selbst. Die Lockdowns und die globale Rezession führten zu einem großen Einkommensausfall besonders unter den armen Menschen. Die Situation sei besonders besorgniserregend in Pakistan, Äthiopien, der Demokratischen Republik Kongo, im Sudan, Afghanistan und Jemen. nd/Agenturen Kommentar Seite 4

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