+++ Zahlen & Fakten +++
Frauenquote für Führungspositionen
Frauen sehen einer Umfrage zufolge die Gleichberechtigung der Geschlechter deutlich weniger verwirklicht als Männer. 66 Prozent der Männer halten die Gleichstellung zwischen Mann und Frau für vollzogen, aber nur 56 Prozent der Frauen, wie aus einer in Köln veröffentlichten Onlinestudie des Meinungsforschungsinstituts YouGov in Zusammenarbeit mit dem Sinus-Institut hervorgeht. Zugleich zeigten sich zwei Drittel der Männer überzeugt, dass sich die Gleichstellung der Frau in den vergangenen zehn Jahren eher verbessert habe. Diese Auffassung teilte aber nur gut die Hälfte der Frauen.
Für die repräsentative Onlinestudie wurden 2008 Menschen im Alter zwischen 18 und 69 Jahren befragt. Die Einführung einer Frauenquote bei der Besetzung von Führungspositionen in der Wirtschaft befürworteten 44 Prozent der Befragten, 43 Prozent lehnten eine solche Quote ab. Bei den Männern waren es 56 Prozent, bei den Frauen nur 30 Prozent.
Immer mehr leiden unter Depressionen
Immer mehr Arbeitnehmer in Deutschland leiden einer aktuellen Erhebung zufolge an seelischen Erkrankungen wie Burnout, Panikattacken und Depressionen. Wie die Kaufmännische Krankenkasse KKH in Hannover mitteilte, stellten Ärzte bei ihren Versicherten im Jahr 2018 rund 321 000 Diagnosen solcher Art. Das waren rund 40 Prozent mehr als 2008.
Die häufigste seelische Erkrankung sind demnach Depressionen. Jeder achte der versicherten Arbeitnehmer sei 2019 davon betroffen gewesen. Als Ursachen für die Erkrankungen nennt die KKH Jobunsicherheit, extreme Arbeitsbelastung, Mobbing, Diskriminierung und auch ständige Erreichbarkeit etwa über das Smartphone.
Sorge um Jobverlust
Bei einem Jobverlust geht es oft ums Ganze: Arbeitnehmer verlieren nicht nur ihr Einkommen, sondern mit der Arbeit auch ein wichtiges Element ihrer täglichen Identitäts- und Sinnstiftung, erklärt Lena Hipp vom Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung im 24. WZBrief Arbeit.
Psychisch wiege die Perspektive, arbeitslos zu werden, oft ähnlich schwer wie die tatsächliche Arbeitslosigkeit. Eine verunsicherte Belegschaft ist für Unternehmen ein Problem, denn gut ausgebildete und beruflich engagierte Arbeitnehmer beginnen frühzeitig, sich nach einem neuen Job umzusehen und sich zu bewerben, wenn sie ihre Stelle in Gefahr sehen, sagt Hipp.
Starker Kündigungsschutz lindere jedoch die subjektive Arbeitsplatzunsicherheit nicht, eine Arbeitslosenunterstützung dagegen schon. Regelungen zur Existenzsicherung bei Jobverlust müssten transparenter werden, fordert deshalb die Wissenschaftlerin. Agenturen/nd
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