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Nur mit mehr Steuern möglich
Simon Poelchau über die Forderungen des Handwerkspräsidenten nach niedrigeren Sozialabgaben
Meister sind bekanntlich keine Großkapitalisten, die ihre Dividende in St. Tropez verprassen, sondern noch selber mit Hand anlegen. Wie also damit umgehen, wenn ihr Cheflobbyist, Handwerkspräsident Hans Peter Wollseifer, niedrigere Sozialbeiträge fordert?
Auf der einen Seite ist die Forderung nach niedrigeren Sozialbeiträgen bei jedem Arbeitgeber - ob groß oder klein - beliebt. Schließlich bedeutet dies für den Betrieb niedrigere Lohnnebenkosten. Und auch Steuerexperten mahnen, dass die Beiträge für die gesetzliche Renten-, Arbeitslosen-, Pflege- und Krankenversicherung vor allem bei mittleren und kleinen Einkommen in die Lohntüte reinhauen. Gleichzeitig werden durch sie aber auch wichtige Leistungen finanziert, die zumindest aufrecht erhalten, wenn nicht sogar ausgeweitet werden müssen. Insofern fordern auch progressive Steuerexperten, dass so manche Sozialleistung lieber durch Steuern finanziert werden, wie es nun auch der Handwerkspräsident ins Spiel bringt.
Doch auch dafür braucht es das Geld, was nach der Coronakrise nicht mehr so leicht aufzutreiben sein wird. Das geht nur mit höheren Steuern auf Spitzeneinkommen und Vermögen. Das wäre dann mal sozial gerecht.
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