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Unaufhaltsam
Chrystia Freeland ist Kanadas erste Finanzministerin
Noch nicht einmal sieben Jahre ist Chrystia Freeland in der Politik. Trotzdem hat die 52-Jährige, die 2013 auf dem Ticket der Liberalen Partei erstmals ins Unterhaus des kanadischen Parlaments einzog, jetzt schon ihr drittes Amt als Mitglied des Kabinetts von Premier Justin Trudeau übernommen. Am Dienstagabend wurde die laut Selbstbeschreibung »stolze Mutter von Dreien« als Finanzministerin des Staates im Norden Amerikas vereidigt.
In Europa ist ihr Name seit den Abschlussverhandlungen zum »Umfassenden Wirtschafts- und Handelsabkommen« zwischen Kanada und der EU (CETA) bekannt. Denn von 2015 bis 2017 war die frühere Journalistin Ministerin für internationalen Handel. Sie hat maßgeblichen Anteil daran, dass der Vertrag, der kanadischen Unternehmen eine bessere Position auf europäischen Märkten verschafft, 2016 trotz massiver Proteste der Zivilgesellschaft insbesondere gegen die Klauseln zum sogenannten Investitionsschutz unterzeichnet wurde - wenngleich ihn bislang nur die Parlamente von 15 EU-Staaten ratifiziert haben.
2017 wurde Freeland Außenministerin, und seit November 2019 ist sie auch stellvertretende Premierministerin. Als solche hat sie zuletzt den Kampf gegen die Corona-Pandemie koordiniert. Vizeregierungschefin wird sie auch nach Übernahme des Finanzministeriums bleiben, das damit das erste Mal in der Geschichte Kanadas von einer Frau geleitet wird. Von einer Frau allerdings, die die neoliberale Politik Trudeaus mitträgt, die sich nur dadurch auszeichnet, dass sie sich den Kampf gegen Diskriminierung aufgrund der ethnischen Herkunft auf die Fahnen geschrieben hat.
Ihr Amtsvorgänger Bill Morneau hatte am Montag seinen Rücktritt eingereicht. Gegen ihn, aber auch gegen Premier Trudeau, wird wegen der Vergabe eines millionenschweren Regierungsauftrags an eine Wohltätigkeitsfirma ermittelt, zu der beide enge familiäre Kontakte haben.
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