- Wirtschaft und Umwelt
- EZB-Zinsanhebung
EZB und Fed heben Zinsen an
Zentralbanken wollen mit strengerer Geldpolitik hohe Inflation bekämpfen
Nach der US-Notenbank Fed hat nun auch die Europäische Zentralbank (EZB) ihre Leitzinsen weiter angehoben. Am Donnerstag entschied der EZB-Rat auf seiner Sitzung in Frankfurt am Main, diese um weitere 0,5 Prozentpunkte erhöhen. Damit beträgt der Zinssatz, für den sich Banken Geld bei der Zentralbank leihen können, 3,0 Prozent. Der sogenannte Einlagensatz, den Geschäftsbanken erhalten, wenn sie Geld bei der EZB parken, steigt auf 2,5 Prozent.
Mit der Anhebung der Zinsen will die EZB die derzeit hohe Inflation bekämpfen. Sie betrug im Euroraum auf Grund der im Zuge des russischen Angriffs auf die Ukraine gestiegenen Energie- und Nahrungsmittelpreise zuletzt im Januar 8,5 Prozent. Das Ziel der EZB ist eine Inflationsrate von rund zwei Prozent. Die obersten Währungshüter*innen haben deswegen seit vergangenem Sommer bereits fünf Mal die Zinsen angehoben. Davor lagen die Zinsen, zu denen sich die Banken bei der EZB Geld leihen können, jahrelang bei null Prozent. Fürs Geldparken mussten sie sogar zeitweilig Negativzinsen zahlen.
Bereits am Mittwochabend hat die US-Notenbank Fed ebenfalls einen Zinsschritt angekündigt. Sie hob zum achten Mal in Folge den Leitzins an, dieses Mal um 0,25 Punkte auf eine Spanne von 4,5 bis 4,75 Prozent. Die britische Notenbank beschloss am Donnerstag ebenfalls eine zehnte Zinserhöhung seit Ende 2021 und hob ihren Leitzins um weitere 0,5 Punkte auf 4,0 Prozent an.
EZB-Chefin Christine Lagarde stellte noch weitere Zinsschritte in Aussicht: »Wir wissen, dass wir noch einen Weg vor uns haben. Wir wissen, dass wir noch nicht fertig sind.« Die Inflation sei nach wie vor viel zu hoch. »Unsere Entschlossenheit, die Inflation wieder auf zwei Prozent zu bringen und die Zinssätze deutlich anzuheben, sollte nicht in Frage gestellt werden«, erklärte Lagarde.
-
/ Hermannus PfeifferTeuerung als WahlkampffaktorDie Europäische Zentralbank senkt weiter die Zinsen, doch die Inflation steigt wieder
-
/ Hermannus PfeifferDer dauerhafte InflationsschubAuch wenn die große Teuerungswelle überstanden ist – die Preise für Lebensmittel und Wohnen bleiben sehr hoch
-
/ Hermannus PfeifferEZB: Vor der ZinswendeFinanzminister und Wirtschaft hoffen, dass die EZB die Leitzinsen senkt
Das »nd« bleibt. Dank Ihnen.
Die nd.Genossenschaft gehört unseren Leser*innen und Autor*innen. Mit der Genossenschaft garantieren wir die Unabhängigkeit unserer Redaktion und versuchen, allen unsere Texte zugänglich zu machen – auch wenn sie kein Geld haben, unsere Arbeit mitzufinanzieren.
Wir haben aus Überzeugung keine harte Paywall auf der Website. Das heißt aber auch, dass wir alle, die einen Beitrag leisten können, immer wieder darum bitten müssen, unseren Journalismus von links mitzufinanzieren. Das kostet Nerven, und zwar nicht nur unseren Leser*innen, auch unseren Autor*innen wird das ab und zu zu viel.
Dennoch: Nur zusammen können wir linke Standpunkte verteidigen!
Mit Ihrer Unterstützung können wir weiterhin:
→ Unabhängige und kritische Berichterstattung bieten.
→ Themen abdecken, die anderswo übersehen werden.
→ Eine Plattform für vielfältige und marginalisierte Stimmen schaffen.
→ Gegen Falschinformationen und Hassrede anschreiben.
→ Gesellschaftliche Debatten von links begleiten und vertiefen.
Seien Sie ein Teil der solidarischen Finanzierung und unterstützen Sie das »nd« mit einem Beitrag Ihrer Wahl. Gemeinsam können wir eine Medienlandschaft schaffen, die unabhängig, kritisch und zugänglich für alle ist.