BSW: Oskar Lafontaine und das Bullshit-Bingo

Sebastian Weiermann über Lafontaines jüngste Äußerungen

Oskar Lafontaine hat eine ganz eigene Theorie für den Erfolg der Linken.
Oskar Lafontaine hat eine ganz eigene Theorie für den Erfolg der Linken.

Wenn man sich für einen grandiosen Politstrategen hält, doch die eigene Partei muss wenige Tage vor der Bundestagswahl noch um den Einzug ins Parlament bangen, dann kann man schon mal frustriert sein. Auch mit 81 Jahren noch. Aus Frust dann einmal verbal auf die Ex-Partei einzuschlagen, auch nicht so ungewöhnlich. Aber was Oskar Lafontaine da am Mittwoch auf seiner Facebook-Seite fabriziert hat, ist dann schon ungewöhnlich schlimm: Eine Grafik die Jan van Aken vor Flecktarnhintergrund zeigt, eingerahmt von George Soros und Bill Gates. Dazu ein Text in dem Lafontaine versucht, Zusammenhänge zwischen der Kampagnenorganisation »Campact«, George Soros und der Linken herzustellen, die deswegen keine Friedenspolitik mehr betreibe.

Gates, Soros, Krieg: Lafontaines Text ist nicht mehr als ein Bullshit-Bingo für Verschwörungstheoretiker. Interessant wäre zu erfahren, ob er das bewusst spielt, um die Stimmen von Wahnwichteln einzusammeln.

Das »nd« bleibt. Dank Ihnen.

Die nd.Genossenschaft gehört unseren Leser*innen und Autor*innen. Mit der Genossenschaft garantieren wir die Unabhängigkeit unserer Redaktion und versuchen, allen unsere Texte zugänglich zu machen – auch wenn sie kein Geld haben, unsere Arbeit mitzufinanzieren.

Wir haben aus Überzeugung keine harte Paywall auf der Website. Das heißt aber auch, dass wir alle, die einen Beitrag leisten können, immer wieder darum bitten müssen, unseren Journalismus von links mitzufinanzieren. Das kostet Nerven, und zwar nicht nur unseren Leser*innen, auch unseren Autor*innen wird das ab und zu zu viel.

Dennoch: Nur zusammen können wir linke Standpunkte verteidigen!

Mit Ihrer Unterstützung können wir weiterhin:


→ Unabhängige und kritische Berichterstattung bieten.
→ Themen abdecken, die anderswo übersehen werden.
→ Eine Plattform für vielfältige und marginalisierte Stimmen schaffen.
→ Gegen Falschinformationen und Hassrede anschreiben.
→ Gesellschaftliche Debatten von links begleiten und vertiefen.

Seien Sie ein Teil der solidarischen Finanzierung und unterstützen Sie das »nd« mit einem Beitrag Ihrer Wahl. Gemeinsam können wir eine Medienlandschaft schaffen, die unabhängig, kritisch und zugänglich für alle ist.