Milchstreit wogt weiter
Agrarminister gegen nationale Alleingänge
Eisleben (dpa/ND). Die Agrarminister von Bund und Ländern haben sich auf ihrer Herbstkonferenz gegen nationale Alleingänge bei der Bewältigung der Milchkrise ausgesprochen. Sie sähen kaum nachhaltig wirksame Möglichkeiten, den Milchmarkt durch staatliche Eingriffe kurzfristig zu stabilisieren, erklärten sie. Einseitige Maßnahmen seien keine Garantie dafür, dass die Milchpreise wirklich stiegen. Die Minister bekräftigten zum Abschluss der zweitägigen Konferenz aber ihren Willen, wettbewerbsfähige Betriebe am Markt zu halten.
Zugleich forderten die Minister von der EU weitere Schritte zur Unterstützung der Milchbauern. Die von der EU-Kommission am Donnerstag vorgelegten Vorschläge reichten nicht aus, um die Milchkrise zu überwinden. Bundesagrarministerin Ilse Aigner (CSU) kündigte an, in der kommenden Woche nochmals nach Brüssel zu fahren, um sich über Vorschläge von EU-Agrarkommissarin Mariann Fischer Boel informieren zu lassen. Diese hatte angekündigt, die Milchbauern in den Preisverhandlungen mit der Industrie zu stärken.
Die Tagung wurde begleitet von wütenden Protesten von Milchbauern, die tausende Liter Milch vor den Konferenzort kippten und mit Landwirtschaftsfahrzeugen den Eingang stundenlang blockierten. Aigner verwies auf Begleitmaßnahmen des Bundes, um Milchbauern zu helfen, etwa durch vorgezogene Direktzahlungen.
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