Lufthansapiloten auf der Straße

Seit heute Streik an vielen Flughäfen

  • Jörg Meyer
  • Lesedauer: 1 Min.

Die Piloten streiken für umfassende Arbeitsplatzgarantien. Bundesverkehrsminister Ramsauer versucht zu vermitteln.

Viele Flugzeuge sind seit heute, null Uhr, Stehzeuge. Ein Vermittlungsversuch von Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) dürfte erfolglos geblieben sein. Zu verhärtet standen sich die Tarifparteien gegenüber. Betroffen sind Lufthansa, Lufthansa Cargo und die Flugtochter Germanwings.

Auslöser ist der Streit zwischen der Pilotenvereinigung Cockpit (VC) und dem Konzern um einen neuen Mantel- und Lohntarifvertrag. Zum Streik aufgerufen sind 4000 Piloten, 3200 Flüge könnten ausfallen.

VC fordert 6,4 Prozent mehr Gehalt und umfassende Arbeitsplatzgarantien. Lufthansa ersetze zunehmend »originäre Strecken der Lufthansa-Passage durch Angebote ihrer ausländischen Zukäufe« – und das zu schlechteren Tarifbedingungen als im Mutterkonzern. Die Pilotenvereinigung befürchtet den Verlust von bis zu 500 Jobs. Darum will sie erreichen, dass für Lufthansa-Beteiligungen im Ausland, die Marke oder Logo nutzen, gleiche Tarifbedingungen gelten wie in Deutschland. Für den Konzern ein »Eingriff in die Geschäftsführung« und nicht verhandelbar.

Lufthansa selbst bot eine umfassende Jobgarantie bis mindestens 2012 und am Sonntagnachmittag »Verhandlungen ohne Vorbedingungen« an – wenn die VC auf ihre Forderungen verzichte. Eine »Nebelgranate für die Öffentlichkeit« nannte das VC-Sprecher Jörg Handwerg gegenüber ND. Die Lufthansa zeige damit, dass sie weiterhin nicht zu Verhandlungen bereit sei.

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