Polen wählt am 20. Juni Präsidenten
Komorowski ist Favorit bei vorgezogener Wahl
Warschau (AFP/ND). Nach dem Tod von Präsident Lech Kaczynski wählen die Polen am 20. Juni ein neues Staatsoberhaupt. Übergangspräsident Bronislaw Komorowski, der den Termin für die vorgezogene Neuwahl am Mittwoch bekannt gab, geht dabei als Favorit in die Abstimmung. Er tritt für die liberale Bürgerplattform von Ministerpräsident Donald Tusk an. Kaczynskis Zwillingsbruder, Ex-Ministerpräsident Jaroslaw Kaczynski, muss sich spätestens bis zum Montag entscheiden, ob er dessen politisches Erbe für die rechtskonservative Partei Recht und Gerechtigkeit antreten will. Komorowski setzte das vorgezogene Votum auf den laut Verfassung letztmöglichen Termin nach dem Tod des Amtsinhabers an und gab den Parteien damit die größtmögliche Zeit.
Beim Absturz der Präsidentenmaschine war auch Ex-Verteidigungsminister Jerzy Szmajdzinski gestorben, der bei der ursprünglich im Herbst geplanten Abstimmung für die Demokratische Linksallianz antreten sollte.
Einer am Mittwoch veröffentlichten Umfrage der Zeitung »Rzeczpospolita« zufolge könnte Komorowski mit 49 Prozent der Stimmen rechnen; Jaroslaw Kaczynski – im Falle seiner Kandidatur – lediglich mit 26 Prozent. Komorowski wäre auch in ein Votum gegen Lech Kaczynski als Favorit gegangen. Die Beliebtheit des Präsidenten war seit seiner Wahl im Jahr 2005 stark gesunken.
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