Generation Atomwaffenverbot
Junge Leute auf der UNO-Konferenz in New York
Katharina Bergmann, Medizinstudentin aus Leipzig, ist Mitbegründerin von BANg. Die Abkürzung steht für »Ban All Nukes Generation«, Generation Atomwaffenverbot, ein Netzwerk, das es in Europa, Nordamerika und Südostasien gibt. Katharina hat klare Vorstellungen davon, wie junge Leute die Weltpolitik beeinflussen können: Information, Bewusstsein schaffen, Aktion und schließlich Entscheidungen beeinflussen. In diesem Sinn mischen sie und ihre Freunde sich in New York ein.
BANg vertritt beispielsweise »die Jugend«, als sich im UNO-Hauptquartier Nichtregierungsorganisationen den Regierungsdelegationen präsentieren. In ihrer Rede fordern Barbara Streibl und Fatih Özan die Regierungen auf: »Nutzen Sie die Ressourcen, die Sie für Waffen einsetzen, zur Sicherung des Lebens von Millionen Menschen und gewährleisten Sie sauberes Trinkwasser, Ernährungssicherheit und medizinischer Versorgung.«
BANg ist bei dem Gespräch mit Abgeordneten aller Bundestagsparteien dabei, die jungen Leute treffen die ägyptische UNO-Vertretung, in dieser Woche stehen Gespräche mit den Vertretungen Portugals, der Niederlande, Großbritanniens und Chinas auf dem Programm. Mit dieser Zwischenbilanz sind die BANg-Mitglieder zufrieden. Lobbyarbeit sei das nicht, sie wollen vielmehr den Dialog führen und Gespräche mit Diplomaten und Entscheidungsträgern sind ihnen dabei besonders wichtig.
Andere junge Leute legen das Schwergewicht ihrer Arbeit auf Kampagnen für Gleichaltrige und mit ihnen. Dafür werben beispielsweise Lisa Putkev und Jennifer Nordstrom von »Think outside the bomb« – Denk jenseits der Bombe. Dieser Name ist zugleich das Motto der Jugendlichen, die sich Peace Action nah fühlen, der großen, traditionsreichen US-amerikanischen Friedensorganisation.
Jennifer und Lisa bereiten gerade ihr Sommercamp in New Mexiko vor, mit dem sie sich in die Höhle des Löwen wagen. Das Camp findet ganz in der Nähe des Atombombenlabors Los Alamos statt. Schüler, Studierende, junge Arbeitende und Angestellte wollen Wege finden, ihren Kampf gegen die Bombe mit ihrem Wunsch nach einem anderen Leben zu verbinden – ohne Militarismus, ohne Rassismus, im Einklang mit der Natur. Auch in der Generation der nach dem Kalten Krieg Geborenen haben die Friedensaktiven unterschiedliche Strategien, sie arbeiten in unterschiedlichen Milieus. Aber sie treffen sich zurzeit in New York und machen dort klar: Annahme verweigert, das Erbe der Atomwaffen treten wir nicht an.
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