USA: Kein schneller Afghanistan-Abzug

Gates: »Langer und schwieriger Kampf«

  • Lesedauer: 2 Min.
Die USA haben Hoffnungen auf einen schnellen Abzug der ausländischen Truppen aus Afghanistan gedämpft.

Brüssel (AFP/dpa/ND). US-Verteidigungsminister Robert Gates sprach am Freitag nach einem Treffen der 46 Länder der Internationalen Afghanistan-Truppe ISAF in Brüssel von einem »langen und schwierigen Kampf«. ISAF-Oberbefehlshaber Stanley McChrystal hatte vor dem Treffen Rückschläge bei der Offensive in Südafghanistan eingeräumt.

In einer gemeinsamen Erklärung der NATO-Verteidigungsminister ist von »gemäßigten Fortschritten« in Afghanistan die Rede. Bündnis-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen zeigte sich dennoch zuversichtlich, dass die NATO ab Jahresende schrittweise die Verantwortung an die afghanischen Sicherheitskräfte übergeben könne. Dafür fehlen dem Pakt nach Angaben von Diplomaten derzeit rund 450 Ausbilder. Dies sei aber »kein Mangel an Willen, sondern an Leistungsfähigkeit«, so Rasmussen mit Blick auf die unter Spardruck stehenden Verteidigungsbudgets der 28 Mitgliedsländer.

Unterdessen hat erstmals ein NATO-Konvoi Afghanistan auf dem Schienenweg via Russland, Kasachstan und Usbekistan erreicht. Das teilte der Pakt am Freitag mit. Bislang führten die Transporte mit Nachschub für die Truppen in Afghanistan meist über Pakistan.

Bei US-Drohnenangriffen in Pakistan sind nach offiziellen Angaben mindestens 14 mutmaßliche Islamisten getötet worden. Im Abstand von etwa zwölf Stunden seien westlich und östlich von Miranshah in der Unruheregion North Waziristan zwei Angriffe geflogen worden, sagten pakistanische Vertreter am Freitag. Das Stammesgebiet an der Grenze zu Afghanistan gilt als Hochburg von Taliban und Al Qaida.

- Anzeige -

Das »nd« bleibt. Dank Ihnen.

Die nd.Genossenschaft gehört unseren Leser*innen und Autor*innen. Mit der Genossenschaft garantieren wir die Unabhängigkeit unserer Redaktion und versuchen, allen unsere Texte zugänglich zu machen – auch wenn sie kein Geld haben, unsere Arbeit mitzufinanzieren.

Wir haben aus Überzeugung keine harte Paywall auf der Website. Das heißt aber auch, dass wir alle, die einen Beitrag leisten können, immer wieder darum bitten müssen, unseren Journalismus von links mitzufinanzieren. Das kostet Nerven, und zwar nicht nur unseren Leser*innen, auch unseren Autor*innen wird das ab und zu zu viel.

Dennoch: Nur zusammen können wir linke Standpunkte verteidigen!

Mit Ihrer Unterstützung können wir weiterhin:


→ Unabhängige und kritische Berichterstattung bieten.
→ Themen abdecken, die anderswo übersehen werden.
→ Eine Plattform für vielfältige und marginalisierte Stimmen schaffen.
→ Gegen Falschinformationen und Hassrede anschreiben.
→ Gesellschaftliche Debatten von links begleiten und vertiefen.

Seien Sie ein Teil der solidarischen Finanzierung und unterstützen Sie das »nd« mit einem Beitrag Ihrer Wahl. Gemeinsam können wir eine Medienlandschaft schaffen, die unabhängig, kritisch und zugänglich für alle ist.