Von wegen Romantik
Auch die politische Landschaft ändert sich
Die PIF-Mitgliedschaft der Inselrepublik Fidschi ist ausgesetzt, nachdem Fidschis Ministerpräsident Voreqe Bainimarama, der sich 2006 an die Macht geputscht hatte, die für 2009 versprochenen Wahlen abgesagt und vage auf 2014 verschoben hatte. Trotz der Sorge der PIF-Staaten über die Missachtung der Demokratie und der Menschenrechte durch die Militärdiktatur Bainimaramas war man bei der Konferenz in Vanuatu aber nett zu Fidschi, das wirtschaftlich die Nummer zwei unter den Inselstaaten und auf Grund seiner geografischen Lage und seiner Größe ein Knotenpunkt für Dienstleistungen, Wirtschaft und Flugverkehr in der Region ist. Vanuatus Premier Edward Natapei betonte die Bedeutung der bilateralen Beziehungen mit Fidschi: »Als Führer der Nationen der pazifischen Inseln haben wir die Pflicht und die Verantwortung, mit Fidschi in Kontakt zu bleiben, damit die demokratischen Prinzipien und Praktiken sobald wie möglich wiederhergestellt werden können.«
Nicht nur das Meer verändert sich im Südpazifik, sondern auch die politische Landschaft. In fünf Jahren wird das von Frankreich regierte Neukaledonien darüber abstimmen, ob es der unabhängige Staat Kanaky werden oder lieber bei der »Grande Nation« bleiben will. Nach Unabhängigkeit strebt auch die Insel Bougainville, die nicht mehr ein Teil von Papua-Neuguinea sein will.
Gipfelgastgeber Vanuatu, das bis 1980 »Neue Hebriden« hieß, unterstützt zudem seit Langem die Forderung der Ureinwohner von West-Papua nach Unabhängigkeit von Indonesien. Allerdings ist Vanuatu als Gastgeber des PIF-Gipfels und führendes Land der »Melanesian Spearhead Group«, der Vereinigung der vier melanesischen Staaten, mit seinem Plan gescheitert, West-Papua bei kommenden PIF-Treffen einen Beobachterstatus einzuräumen. Michael Lenz
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