Mehr Polizisten ins Ausland

Bruch will Aufstockung der Kontigente

  • Lesedauer: 2 Min.

Mainz (dpa/ND). Für Einsätze in Krisengebieten stehen derzeit rund 100 rheinland-pfälzische Polizisten bereit. »Wir schicken maximal 15 bis 18 gleichzeitig«, sagte Innenminister Karl Peter Bruch (SPD) gegenüber der dpa. Aktuell seien elf Männer und Frauen im Ausland aktiv, sechs davon in Afghanistan. »Dort bilden sie die örtliche Polizei aus, sind aber nicht selbst im Einsatz.« Allerdings hätten zwei Polizisten angefragt, ob sie zu einem speziellen Ausbildungsprogramm gehen dürfen, das afghanische Polizisten direkt im Einsatzgebiet vor Ort berät.

»Hier kann erst eine Entscheidung nach Sicherheitslage, voraussichtlich im Dezember, getroffen werden«, sagte Bruch. Unter den sechs Beamten in Afghanistan sei eine Frau. Eine weitere Beamtin arbeite derzeit bei einer Beobachtermission in Georgien. Drei weitere rheinland-pfälzische Polizisten unterstützen im Kosovo die Polizeiarbeit, einer ist als Beobachter in Liberia. »Bislang gab es keine tragischen Vorfälle, an denen Polizisten aus unserem Land beteiligt waren«, betonte Bruch.

Auch Nachwuchssorgen bestehen nicht. »Es gibt immer ausreichend Bewerber.« Und: »Wer einmal im Ausland war, will immer wieder dort hin, das sind jedenfalls unsere Erfahrungen. Es ist eine aufregende neue Erfahrung, in einem fremden Land mit fremden Menschen zu arbeiten.«

Zugleich plädierte Bruch für eine Aufstockung der deutschen und europäischen Polizeikontingente um weitere 20 auf insgesamt 200 im deutsch-afghanischen Projekt sowie um weitere 31 Deutsche in der Europäischen Polizeimission auf dann 60 Deutsche.

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