Mysteriöses Herzversagen in Tonna

Gutachten zum Tod eines Polen in Thüringer JVA schließt Drogen als Ursache aus

  • Lesedauer: 1 Min.

Erfurt (dpa/ND). Bei dem vor knapp einem Monat gestorbenen Untersuchungshäftling der Justizvollzugsanstalt Tonna (Thüringen) können Drogen als Todesursache ausgeschlossen werden. Es gebe keine Hinweise auf eine Vergiftung durch Drogen oder Medikamente, die für den Tod des 32-jährigen Polen mitverantwortlich wäre, sagte ein Sprecher der Erfurter Staatsanwaltschaft am Dienstag auf Anfrage. Er berief sich dabei auf ein rechtsmedizinisches Gutachten. Aufschluss über die genaue Todesursache soll jetzt die feingewebliche Untersuchung bringen. Der Mann war einen Tag vor seinem Tod wegen Ladendiebstahls in Untersuchungshaft gekommen.

Nachdem er in seiner Zelle randaliert hatte, war er in einem speziellen Raum über Stunden angegurtet gewesen. Er starb am 11. Juli im Klinikum Bad Langensalza an hohem Fieber und Herz-Kreislauf-Versagen. Ein Sanitäter hatte bei der Einlieferung eine Suchtabhängigkeit nicht ausgeschlossen.

Die Staatsanwaltschaft untersucht, ob die Bediensteten nicht früher einen Arzt hätten hinzuziehen müssen. Ermittelt werde gegen mehrere Bedienstete wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung. Die Ermittlungen richten sich Sprecherangaben zufolge aber nicht gegen den Leiter der Haftanstalt Tonna.

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