150 000 Kunden mit Daten frei im Internet

Schwere Panne bei Drogeriekette Schlecker

  • Lesedauer: 1 Min.

Berlin (AFP/ND). Bei der Drogeriemarktkette Schlecker hat es eine schwere Datenpanne gegeben. Die Daten von 150 000 Kunden waren im Internet abrufbar, wie ein Sprecher des Unternehmens am Freitag bestätigte. Der »Bild«-Zeitung zufolge waren unter anderem Vor- und Nachname, Adresse, Geschlecht, E-Mail-Adresse und Kunden-Profil einsehbar.

Betroffen von der Panne waren laut Schlecker Daten, die für die Werbekommunikation verwendet worden seien. Somit seien sensible Daten wie Passwörter, Kontonummern und andere Zahlungsdaten nicht enthalten gewesen. Das Datenleck wurde laut Schlecker nach der Entdeckung umgehend geschlossen.

Laut »Bild« waren allerdings auch die Interessenprofile der Kunden abrufbar – etwa ob ein Kunde Babyartikel oder Medikamente kauft. Zudem seien 7,1 Millionen E-Mail-Adressen von Newsletter-Kunden einsehbar gewesen. Der Zugang war laut »Bild« von jedem gewöhnlichen PC möglich. Schlecker erklärte dagegen, lediglich »technisch versierte Personen mit genauer Kenntnis der Quelle« hätten auf die Daten zugreifen können. »Es gab daher nach unserem derzeitigen Kenntnisstand nur einige wenige unbefugte Zugriffe auf die Daten, solange das Datenleck bestand.«

Laut der Drogeriekette trat das Datenleck nicht bei Schlecker selbst, sondern bei einem externen Dienstleister auf. Laut »Bild« zählt dieser auch das Finanzministerium, die Allianz-Versicherung, das Bundesverwaltungsgericht und den SPD-Parteivorstand zu seinen Kunden.

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