Obama hält am Irak-Abzug fest
Washington/Bagdad (dpa/ND). Ungeachtet der Welle der Gewalt in Irak hält US-Präsident Barack Obama an seinen Rückzugsplänen fest. Nach sieben Jahren Krieg seien die US-Soldaten dabei, ihre Kampfmission zu beenden, bekräftigte er am Samstag. Zwar würden US-Militärs weiterhin irakische Truppen ausbilden und sie im Anti-Terror-Kampf unterstützen. »Aber das Resultat ist: Der Krieg geht dem Ende zu«, sagte Obama in seiner wöchentlichen Rundfunkrede. »Und Ende nächsten Jahres werden alle unsere Soldaten zu Hause sein.«
In den vergangenen Tagen war Irak von einer Anschlagswelle erschüttert worden. Allein am Mittwoch starben binnen weniger Stunden über 60 Menschen bei über 20 Sprengstoff- und Selbstmordanschlägen in zehn Städten. Das US-Außenministerium meint allerdings, insgesamt nehme die Stabilität im Lande zu.
Iraks ehemaliger Ministerpräsident Ijad Allawi befürchtet dagegen einen Rückfall in die blutigen Jahre 2006 und 2007. »In den sieben Jahren, in denen sie (die US-Truppen) hier waren, haben wir für uns selbst nichts erreicht«, sagte er in einem Interview des Nachrichtenmagazin »Der Spiegel«. Er erwarte mit »sehr hoher Wahrscheinlichkeit« auch einen Krieg um Irans Nuklearprogramm.
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