Viel Selbstvertrauen getankt

Eishockey: Die Berliner Eisbären stürmten ins Finale der European Trophy

  • Michael Lachmann, dpa
  • Lesedauer: 2 Min.

Der viermalige deutsche Eishockeymeister Eisbären Berlin sorgt derzeit in der neuen European Trophy für Aufsehen. Bei der am Wochenende ausgespielten Endrunde in Österreich erreichten die Berliner mit zwei glanzvollen Siegen das Endspiel in Salzburg, wo sie am späten Sonntagabend (nach Redaktionsschluss) auf den schwedischen Titelträger HV 71 Jönköping trafen, der sich im Halbfianle gegen seinen Ligakonkurrenten Färjestads BK mit 6:2 (2:1, 2:0, 2:1) durchgesetzt hatte. Bei einem Finalsieg dürften sich die Eisbären wohl zu Recht als inoffizieller Champions-League-Sieger fühlen.

In Zeiten, in denen das deutsche Eishockey durch Finanzprobleme und Rechtsstreitigkeiten eher negativ im Fokus steht, ist dies ein kleiner sportlicher Lichtblick, wie auch Berlins Manager Peter John Lee findet: »Wir konnten beweisen, dass die DEL sportlich nicht so schlecht dasteht, wie sie immer von außen gemacht wird.«

Die Eisbären sind in diesen Tagen das Aushängeschild der DEL. Und sie scheinen sich in Rolle des Botschafters zu gefallen, zumal sie es auf dem Eis nicht gerade mit Laufkundschaft zu tun bekamen. Beim Finalturnier bezwangen die Berliner am Freitag im Viertelfinale in Zell am See erst den finnischen Meister TPS Turku mit 4:1 (1:0, 3:0, 0:1), und einen Tag später ließen sie dem aktuellen Titelträger aus der Schweiz, dem SC Bern, beim 5:1 (0:0, 2:1, 3:0) ebenfalls keine Chance.

In erster Linie an Geschwindigkeit und Intensität zeigten sich die internationalen Spiele auf einem ganz anderen Niveau als die Partien in der heimischen DEL. Dass seine Mannschaft sich auch am Ende des anstrengenden internationalen Sommerturniers, das bereits am 11. August mit dem ersten von insgesamt neun Vorrundenspieltagen begann, in einer sehr guten konditionellen Verfassung zeigte, freut den Berliner Trainer Don Jackson. »Man darf nicht vergessen, die letzten Tage und Wochen waren sehr anstrengend, mit den Reisen und den starken Gegnern«, sagt der Amerikaner, der damit auch sein Trainingsprogramm bestätigt sieht.

Der EHC-Chefcoach ist erbaut über die Auftritte seiner Mannschaft auf europäischer Bühne. Der Sieg über Bern war immerhin der achte in Serie, nachdem die beiden ersten Vorrundenspiele gegen IFK und Jokerit Helsinki noch verloren gingen. »Ich bin mit meiner Mannschaft sehr zufrieden«, meinte Jackson.

Gleichzeitig sieht er die Trophy als guten Test für die DEL-Saison, die für die Eisbären am Freitag (19.30 Uhr) mit dem Heimspiel gegen Titelverteidiger Hannover Scorpions beginnt. »Wir konnten viel Selbstvertrauen tanken«, sagte Jackson und schaut beruhigt auf den prestigeträchtigen DEL-Auftakt. »Denn die Gegner in der European Trophy waren allesamt größer, schneller und talentierter als die meisten DEL-Teams.«

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