Berliner Ring besser meiden
A 10 wird bei Michendorf voll gesperrt
Bei Ferch wird eine alte Eisenbahnbrücke über die Autobahn A 10 abgerissen und durch eine neue ersetzt. Deshalb verkehren zwischen Potsdam-Hauptbahnhof und Michendorf seit Freitag und noch bis Dienstag Ersatzbusse. Doch das eigentliche Problem entsteht auf der Autobahn. Sie musste am Freitag um 23 Uhr wegen des Brückenbaus voll gesperrt werden und wird frühestens am Sonntag um 14 Uhr wieder frei sein. Bei durchaus denkbaren Verzögerungen wird es länger dauern, bis sich die Lage wieder normalisiert. Zwischen Michendorf und Dreieck Potsdam geht deshalb am Wochenende nichts.
Mit der Sperrung ist eine Hauptschlagader des Transitverkehrs getroffen: Gewöhnlich durchfahren den etwas mehr als acht Kilometer langen Abschnitt um die 90 000 Kraftfahrzeuge pro Tag. Wenn man diese Fahrzeuge Stoßstange an Stoßstange stellen würde, so käme eine Strecke von Berlin nach Moskau heraus, hat Hans-Reinhard Reuter vorgerechnet. Reuter ist Chef des Landesbetriebs Straßenwesen.
Der Betrieb rechnet wegen der Sperrung mit Dauerstaus von mindestens 15 Kilometern Länge. So einen Eingriff habe es in Brandenburg noch nicht gegeben, erklärte Reuter. Der Automobilclub ADAC rät zu einem weiträumigen Umfahren. Wenn möglich, sollte man sein Auto heute und morgen lieber stehen lassen oder den Umweg über den nördlichen Berliner Ring in Kauf nehmen. Reisende von Süden auf der A 9 sollten an der Anschlussstelle Niemegk abfahren.
Laut Potsdams Polizeipräsident Rainer Kann sind allein 65 Beamte für die Verkehrsregelung an den ausgeschilderten Umleitungsstrecken abgestellt. Die Polizei will den südlichen Berliner Ring und die Umleitungen per Hubschrauber im Auge behalten.
Der Neubau der 67 Meter langen Stabbogenbrücke für die Eisenbahn dient dem geplanten achtspurigen Ausbau der A 10 bei Michendorf. Insgesamt müssen sechs alte Brücken durch neue ersetzt werden.
Die Projektmanagementgesellschaft Deges hofft, dass der achtspurige Ausbau der Strecke im kommenden Jahr beginnt und 2015 abgeschlossen wird. Zum Plan gehören auch die Errichtung von Lärmschutzwänden auf einer Länge von 5,4 Kilometern und die Erweiterung der Rastanlage Michendorf-Süd für künftig 180 Pkw- und 160 Lkw-Stellplätze. Hintergrund der Baumaßnahmen ist die prognostizierte Zunahme des Verkehrs. Im Jahr 2025 sollen hier 126 000 Fahrzeuge täglich durchkommen, davon jedes vierte Fahrzeug ein Laster.
www.a10-baustelle-michendorf.de
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