Timo Boll nicht frisch genug für Chinesen

Platz drei für Tischtennisprofi in Magdeburg

  • Peter Hübner, dpa
  • Lesedauer: 2 Min.

Deutschlands Tischtennis-Star Timo Boll zollte beim Heim-Weltcup in Magdeburg dem Kräfteverschleiß der Vorwochen Tribut. Der Favorit konnte wie sein Teamkollege Dimitrij Owtscharow nicht in die Phalanx der Großmacht China einbrechen. Trotz der Unterstützung von insgesamt 10 400 Fans landete der an Nummer eins gesetzte Boll auf Platz drei. »Wang Hao ist ein anderes Kaliber, er war nicht zu knacken. Ich habe das Maximale herausgeholt. Mein Kopf könnte jetzt eine Gehirnwäsche verkraften«, kommentierte der Europameister die deutliche 1:4-Niederlage gegen den Weltmeister.

Das Aus im Halbfinale beendete alle Hoffnungen des Weltranglistenzweiten auf seinen dritten Weltcupsieg nach 2002 und 2005. Im »kleinen Finale« um Platz drei hielt sich der Vielspieler mit 4:3 und letzter Kraft gegen den Japaner Jun Mizutani schadlos. »Ich weiß nicht, ob so ein Spiel sein muss. Der Weltverband kennt unseren Terminkalender. Da muss man auch an die Gesundheit denken«, kritisierte Boll die Ansetzung. Weltmeister Wang Hao gewann mit 4:1 gegen seinen Landsmann Zhang Jike zum dritten Mal den Weltcup.

Boll hatte bereits am Samstag nur mit einem Kraftakt gegen den Taiwanesen Chuan Chih-Yuan ein frühes Aus im Viertelfinale verhindert. »Timo agierte spielerisch gut, war aber nicht im allerfrischesten Zustand«, sagte DTTB-Sportdirektor Dirk Schimmelpfennig. Er kündigte für den 29-Jährigen eine dringend benötigte Urlaubsphase im November an: »Dann spielt Timo Golf statt Tischtennis.« Boll strich die Polen Open und das Pro Tour-Finale aus seinem Turnierkalender. »Ich werde im Urlaub nicht nur faulenzen«, sagte er.

Owtscharow kam beim Comeback nach seinem spektakulären Doping-Freispruch zum dritten Mal in Serie ins Viertelfinale. Der 22-Jährige verlor nur gegen die Finalisten Wang Hao und Zhang Jike. »Ich habe wirklich gut gespielt, auch wenn ich den ungenutzten Möglichkeiten etwas nachtrauere«, sagte der Team-Europameister.

»Wir konnten den Abstand zu den Chinesen nicht verringern. Ich habe dennoch positive Ansätze gesehen, wir werden weiterhin angreifen«, analysierte Schimmelpfennig das Turnier mit zahlreichen Partien auf hohem Niveau. »Dimitrij hat mich angenehm überrascht. Insgesamt bin ich mit einmal Halbfinale und einmal Viertelfinale zufrieden«, sagte Bundestrainer Jörg Roßkopf.

Boll, Owtscharow sowie der Zweite und Dritte der EM, Patrick Baum und Christian Süß, reisen bereits heute zum European Super Cup nach Russland.

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