Guidos heimlicher Abgang

  • Claus Dümde
  • Lesedauer: 1 Min.

Unbeeindruckt vom Mediengetöse um seine Zukunft als FDP-Chef und Bundesaußenminister nahm sich Rechtsanwalt Dr. Guido Westerwelle, Bonn und Berlin, am vierten Advent Zeit und Muße, um seiner ganz privaten Homepage unter faktischem Ausschluss der (Welt-)Öffentlichkeit ein heimeliges »Weihnachtsinterview« zu geben. Ohne Umschweife antwortete der bald 49-Jährige auf »eine Auswahl der (von wem nur?) zugesandten Fragen«, unter denen »vier (warum nicht drei oder fünf?) handsignierte (von wem?) CDs ›The Swing of Christmas‹ verlost« werden sollen. Darunter auch folgender brutaler Kracher: »Was wünschen Sie sich für das kommende Jahr?«

Unerschrocken gab W. freimütig Antwort: »Zunächst einmal das, was ich mir für jedes Jahr wünsche: Dass die Welt friedlicher wird und ich meinen Teil dazu beitragen kann. Darüber hinaus natürlich: Gesundheit, privates Glück und dass auch die Menschen in meinem Umfeld ein gutes neues Jahr 2011 haben werden.« Punkt. Schluss. Kein Hinweis auf FDP, Schwarz-Gelb im Bund oder anderswo, bevorstehende Wahlen. Zieht sich Westerwelle doch von all- dem zurück? Klammheimlich auf seiner Homepage, so, dass es niemand merkt?

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