Hoher Verbrauch von Flächen
Naturschützer besorgt um Allgäuer Landschaft
Kempten (dpa/ND). Der Bund Naturschutz in Bayern (BN) beklagt einen überdurchschnittlich hohen Flächenverbrauch im Allgäu. Über die vergangenen zehn Jahre betrachtet ist die Region nach Angaben des Verbands trauriger Spitzenreiter in Bayern bei der Zunahme der Siedlungs- und Verkehrsflächen. »Die schöne Landschaft ist ein wichtiger Imagefaktor für die Region. Unsere Sorge ist, dass das Allgäu sein Gesicht verliert«, sagte der BN-Landesbeauftragte Richard Mergner in Kempten. Damit die Region ihren Charakter erhält und zukunftsfähig bleibt, sei ein sofortiges Umsteuern nötig. »Neue Bauvorhaben in sensiblen Bereichen und Erschließungspläne in unberührten Lagen des Alpengebietes müssen gestoppt werden, sonst droht die touristische Attraktivität zu sinken«, sagte Mergner. Stattdessen sei dem Erhalt der bäuerlichen Landwirtschaft höchste Priorität zu geben.
In den Jahren 2000 bis 2009 wurden nach Angaben des BN in der Planungsregion Allgäu rund 4000 Hektar Land neu bebaut. Allein im Landkreis Oberallgäu waren es nach Erhebungen des Statistischen Landesamtes 1239 Hektar Land, was einen Anstieg um 15,9 Prozent bedeutet. Der bayerische Durchschnitt liegt laut BN für den genannten Zeitraum bei 7,8 Prozent. Der Bund Naturschutz kündigte an, bei besonders kritischen Projekten den gerichtlichen Weg zu gehen.
Das »nd« bleibt. Dank Ihnen.
Die nd.Genossenschaft gehört unseren Leser*innen und Autor*innen. Mit der Genossenschaft garantieren wir die Unabhängigkeit unserer Redaktion und versuchen, allen unsere Texte zugänglich zu machen – auch wenn sie kein Geld haben, unsere Arbeit mitzufinanzieren.
Wir haben aus Überzeugung keine harte Paywall auf der Website. Das heißt aber auch, dass wir alle, die einen Beitrag leisten können, immer wieder darum bitten müssen, unseren Journalismus von links mitzufinanzieren. Das kostet Nerven, und zwar nicht nur unseren Leser*innen, auch unseren Autor*innen wird das ab und zu zu viel.
Dennoch: Nur zusammen können wir linke Standpunkte verteidigen!
Mit Ihrer Unterstützung können wir weiterhin:
→ Unabhängige und kritische Berichterstattung bieten.
→ Themen abdecken, die anderswo übersehen werden.
→ Eine Plattform für vielfältige und marginalisierte Stimmen schaffen.
→ Gegen Falschinformationen und Hassrede anschreiben.
→ Gesellschaftliche Debatten von links begleiten und vertiefen.
Seien Sie ein Teil der solidarischen Finanzierung und unterstützen Sie das »nd« mit einem Beitrag Ihrer Wahl. Gemeinsam können wir eine Medienlandschaft schaffen, die unabhängig, kritisch und zugänglich für alle ist.