Anlaufstelle zu Geodatendiensten
Verband überreicht Selbstverpflichtung
Hannover (AFP/ND). Internetnutzer sollen ab Herbst eine zentrale Anlaufstelle für den Datenschutz bei sogenannten Geodatendiensten wie Google Street View erhalten. Dort erfahren sie, wie die Dienste funktionieren, ob ihre Stadt erfasst ist und welche Rechte sie haben, teilte der Branchenverband Bitkom am Dienstag in Hannover mit. Zudem würden sie dort Links zu Widerspruchseiten einzelner Firmen finden, wo sie ihre Hausfassade markieren und unkenntlich machen können. Dies werde auch per Brief »unkompliziert« möglich sein. Auch eine kostenlose telefonische Beratungsstelle werde es geben, erklärte der Verband.
Bitkom-Präsident August-Wilhelm Scheer überreichte Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) auf der Computermesse CeBIT eine entsprechende Selbstverpflichtung der Internetwirtschaft. Unterschrieben haben diese bislang acht Unternehmen – darunter Google, Microsoft, Nokia, die Deutsche Telekom und die Deutsche Post. »Wir starten gleich nach der CeBIT mit den technischen und organisatorischen Vorbereitungen«, kündigte Scheer an. Innenminister De Maizière erklärte, die Standards könnten auch ein Vorbild für andere Bereiche der Internetwirtschaft sein.
Die Diskussion um Geodatendienste war durch den Start von Google Street View in Deutschland aufgekommen, wo Nutzer seit Mitte November die Bilder von Straßenzügen betrachten können. Nach heftigen Protesten ermöglichte Google den Betroffenen hierzulande, per Einspruch ihre Hausfassaden im Vorfeld unkenntlich zu machen.
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