Rangnick beschleunigt Schalke
Mit Tempofußball will der neue Trainer heute bei St. Pauli punkten
Franko Koitzsch, dpa
Die Aufbruchstimmung ist spürbar, doch nicht nur Christoph Metzelder erwartet beim zweiten Debüt von Ralf Rangnick als Schalke-Trainer noch keine Wunderdinge. »Wir sind noch in der Übergangsphase«, sagte der Abwehrspieler des FC Schalke 04 vor dem heutigen Bundesligaspiel (20.30 Uhr) beim abstiegsbedrohten FC St. Pauli. »Ein neuer Trainer bringt immer frischen Wind rein. Aber ich bin kein Freund davon, schon nach wenigen Tagen zu sagen: Jetzt ist alles besser.«
Nur gut eine Woche hatte der Nachfolger von Felix Magath Zeit, um seine Spieler kennenzulernen und ihnen seine Fußball-Philosophie zumindest ansatzweise nahe zu bringen. Rangnick führte viele Gespräche, setzte auf Übungsformen, um das schleppende Schalke-Spiel zu beschleunigen. »Wir hatten gute und intensive Einheiten. Aber wir konnten der Mannschaft noch keine neue Spielweise vermitteln. Das wäre vermessen«, dämpfte Rangnick die Erwartungen.
Gleichwohl fiebert der 52-Jährige seiner zweiten Schalke-Premiere entgegen: »Ich freue mich auf das Spiel. Wir wollen möglichst drei Punkte holen. Aber falls nicht, müssen wir uns mit dem Thema Abstiegskampf näher beschäftigen«, warnte der Coach des Tabellen-Zehnten, der dem von Magath ausgemusterten und in das Regionalligateam abgeschobenen Alexander Baumjohann eine Chance gibt. »Er gehört zum Kader. Ob er spielt, weiß ich aber noch nicht.« Dagegen fehlen Klaas-Jan Huntelaar (Bänderdehnung im Knie) und Angelos Charisteas (Zerrung).
»Wir konnten schon erfahren, welcher Fußball Rangnick vorschwebt. Und es ist wichtig, dass viel miteinander gesprochen und kommuniziert wird«, lobte Metzelder die neue Arbeitsatmosphäre. Schnelles Umschalten nach der Balleroberung, Blitzangriffe mit wenigen Ballkontakten – Rangnick setzt drei Monate nach seinem Ausstieg in Hoffenheim auch »auf Schalke« auf seine bewährte Spielweise. »Es geht vor allem darum, die Handlungsschnelligkeit zu verbessern«, so der Coach, der zuletzt am 10. Dezember 2005 beim Heimspiel gegen Mainz (1:0) auf der Schalker Trainerbank saß.
Die Gelsenkirchener treffen am Millerntor auf eine angeschlagene Elf, die zuletzt fünf Mal hintereinander verloren hat. St. Paulis Trainer Holger Stanislawski gibt sich dennoch kämpferisch: »Schalke scheint übermächtig. Doch wir sind darauf ausgerichtet.«
Das »nd« bleibt. Dank Ihnen.
Die nd.Genossenschaft gehört unseren Leser*innen und Autor*innen. Mit der Genossenschaft garantieren wir die Unabhängigkeit unserer Redaktion und versuchen, allen unsere Texte zugänglich zu machen – auch wenn sie kein Geld haben, unsere Arbeit mitzufinanzieren.
Wir haben aus Überzeugung keine harte Paywall auf der Website. Das heißt aber auch, dass wir alle, die einen Beitrag leisten können, immer wieder darum bitten müssen, unseren Journalismus von links mitzufinanzieren. Das kostet Nerven, und zwar nicht nur unseren Leser*innen, auch unseren Autor*innen wird das ab und zu zu viel.
Dennoch: Nur zusammen können wir linke Standpunkte verteidigen!
Mit Ihrer Unterstützung können wir weiterhin:
→ Unabhängige und kritische Berichterstattung bieten.
→ Themen abdecken, die anderswo übersehen werden.
→ Eine Plattform für vielfältige und marginalisierte Stimmen schaffen.
→ Gegen Falschinformationen und Hassrede anschreiben.
→ Gesellschaftliche Debatten von links begleiten und vertiefen.
Seien Sie ein Teil der solidarischen Finanzierung und unterstützen Sie das »nd« mit einem Beitrag Ihrer Wahl. Gemeinsam können wir eine Medienlandschaft schaffen, die unabhängig, kritisch und zugänglich für alle ist.