GDL pocht auf Tarifabschluss

Mehrtägige Streiks bei Privatbahnen für kommende Woche angekündigt

  • Lesedauer: 2 Min.

Berlin (dpa/ND). Die Tarifverhandlungen für rund 20 000 Lokführer der Deutschen Bahn (DB) sind am Freitag in eine entscheidende Phase getreten. Nach sechs Stunden Gesprächen zwischen der Lokführergewerkschaft GDL und der Bahn zeichnete sich jedoch noch keine endgültige Einigung ab. Beide Seiten verständigten sich aber weitgehend über die Inhalte eines Rahmentarifvertrages, dem später auch DB-Konkurrenten beitreten sollen, wie Vertreter von Bahn und GDL mitteilten.

Die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) hat bis zum Freitagabend auf »konkrete Zwischenergebnisse« gedrungen. Nur dann sei es sinnvoll, wie geplant am kommenden Dienstag weiterzuverhandeln, so ihr Vorsitzender Claus Weselsky. Die GDL sei noch nicht zufrieden mit dem Lohnangebot und den Arbeitszeitregelungen bei der Deutschen Bahn, sagte der Gewerkschafter. Am Dienstagnachmittag will die Bundestarifkommission der GDL in Frankfurt am Main die bis dann erreichten Ergebnisse bewerten.

Die GDL fordert einen einheitlichen Tarifvertrag für die 26 000 Lokführer in Deutschland im Regional-, Fern- und Güterverkehr – egal, ob sie bei der DB oder einem privaten Bahnbetreiber beschäftigt sind. Eine Kernforderung ist eine Angleichung der Einkommen auf das Niveau der DB plus fünf Prozent Aufschlag.

Unterdessen will die GDL fünf Wettbewerber der Deutschen Bahn in der kommenden Woche erneut bestreiken, wie Weselsky am Freitag ankündigte. Die Unternehmen Veolia, Abellio, Netinera (bisher: Arriva Deutschland), Benex und Hessische Landesbahn hätten kein Verhandlungsangebot für den geforderten Rahmentarifvertrag für Lokführer vorgelegt. Den genauen Zeitraum des Streiks nannte er nicht. Es sei aber »durchaus zu erwarten«, dass der Streik sich über mehrere Tage erstrecken werde. Die Lokführer hatten in den vergangenen Wochen mehrfach den Güter- und Personenschienenverkehr bestreikt und für massive Verkehrsbehinderungen gesorgt.

- Anzeige -

Das »nd« bleibt. Dank Ihnen.

Die nd.Genossenschaft gehört unseren Leser*innen und Autor*innen. Mit der Genossenschaft garantieren wir die Unabhängigkeit unserer Redaktion und versuchen, allen unsere Texte zugänglich zu machen – auch wenn sie kein Geld haben, unsere Arbeit mitzufinanzieren.

Wir haben aus Überzeugung keine harte Paywall auf der Website. Das heißt aber auch, dass wir alle, die einen Beitrag leisten können, immer wieder darum bitten müssen, unseren Journalismus von links mitzufinanzieren. Das kostet Nerven, und zwar nicht nur unseren Leser*innen, auch unseren Autor*innen wird das ab und zu zu viel.

Dennoch: Nur zusammen können wir linke Standpunkte verteidigen!

Mit Ihrer Unterstützung können wir weiterhin:


→ Unabhängige und kritische Berichterstattung bieten.
→ Themen abdecken, die anderswo übersehen werden.
→ Eine Plattform für vielfältige und marginalisierte Stimmen schaffen.
→ Gegen Falschinformationen und Hassrede anschreiben.
→ Gesellschaftliche Debatten von links begleiten und vertiefen.

Seien Sie ein Teil der solidarischen Finanzierung und unterstützen Sie das »nd« mit einem Beitrag Ihrer Wahl. Gemeinsam können wir eine Medienlandschaft schaffen, die unabhängig, kritisch und zugänglich für alle ist.

- Anzeige -
- Anzeige -