FC Bayern will die Zwangsjacke ablegen

Jupp Heynckes beim zukünftigen Arbeitgeber

  • Thomas Niklaus und Günter Bork, SID
  • Lesedauer: 2 Min.

»Super-Sonntag« in der Fußball-Bundesliga: Im Mittelpunkt steht das Duell Bayern München gegen Bayer Leverkusen mit den Trainern Andries Jonker und Jupp Heynckes, der in der kommenden Saison den Rekordmeister betreuen wird. Jonker setzt auf die Routine von Torhüter Jörg Butt und will sein Team aus der »Zwangsjacke« befreien, der künftige Chef Jupp Heynckes steckt in der Zwickmühle: Das Spitzenspiel hat nicht nur für die Trainer enorme Bedeutung.

Für den FC Bayern, bei dem der 36-jährige Butt den jungen Thomas Kraft ersetzt, zählt nach der Entlassung von Louis van Gaal nur ein Sieg, um die Teilnahme an der Champions League nicht weiter zu gefährden. Leverkusen könnte im Titelkampf den Druck auf Spitzenreiter Borussia Dortmund weiter erhöhen, der ebenfalls am Sonntag den SC Freiburg empfängt.

Ein Sieg beim Rekordmeister hätte für Heynckes, der ab nächste Saison zum dritten Mal Trainer in München wird, möglicherweise unangenehme Folgen. Dann droht den Bayern die ungeliebte Europa League. Doch Heynckes will sich davon nicht beeinflussen lassen. »Die Bayern hätten den falschen Trainer verpflichtet, wenn ich jetzt schon an meinen neuen Arbeitgeber denken würde. Ich denke nur daran, wie wir unsere gute Serie fortsetzen können. Wenn wir in München gewinnen, dann würde mir das riesigen Spaß bereiten, denn dann hätten wir den zweiten Platz und die direkte Qualifikation für die Champions League fast sicher.«

Einen Leverkusener Sieg wollen die Bayern und vor allem Übergangstrainer Jonker in jedem Fall verhindern. Der 48-Jährige setzt wie erwartet ein erstes Zeichen, indem er den Torwart tauscht. »Thomas ist ein sehr großes Talent, aber ich muss nicht ausbilden, sondern sehen, dass Bayern die Champions League erreicht. Ich denke, dass wir mit Jörg eine größere Chance haben«, begründete Jonker die Maßnahme. Butt sei »sehr erfahren, er weiß genau, was erwartet wird. Er wird die Aufgabe gut ausfüllen«. Präsident Uli Hoeneß nimmt die gesamte Mannschaft in die Pflicht: »Ich erwarte eine Explosion und dass die Zwangsjacke, in der die Spieler seit Monaten stecken, abgestreift wird.«

Es gibt zumindest schon erste Ansätze, dass Jonker den Spaß zurückgebracht hat. »Ich spüre in der Mannschaft Aufbruchsstimmung. Allein dadurch, dass sich etwas ändert, ein neuer Wind reinkommt. Auch bei mir«, sagte Kapitän Philipp Lahm. Spaß hin oder her: Für Jonker ist am Sonntag wichtig, »dass wir ruhig im Kopf sind, überzeugt sind und das umsetzen, was wir machen wollen«.

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