Neuer Wirbel in Polen um Steinbach

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Warschau (dpa/ND). Vertriebenenpräsidentin Erika Steinbach hat mit der Ankündigung eines Besuchs in ihrem Geburtsort bei Polens Nationalkonservativen für Empörung gesorgt. »Für mich ist diese Reise eine Provokation«, sagte Senatorin Dorota Arciszewska-Mielewczyk am Montag. Die Chefin des Bundes der Vertriebenen gelte in dieser Region als unerwünschte Person, betonte die Senatorin der Oppositionspartei Recht und Gerechtigkeit (PiS) in der zweiten Parlamentskammer. Steinbach schade seit Langem den deutsch-polnischen Beziehungen, kritisierte Arciszewska-Mielewczyk.

Steinbach hatte in »Bild am Sonntag« eine Reise nach Rumia bei Gdynia im Norden Polens am nächsten Wochenende angekündigt. »Für mich ist es die erste Reise in meinen Geburtsort, an den ich keine Erinnerung mehr habe«, sagte sie. Steinbach kam 1943 in der Familie eines deutschen Soldaten im besetzten Polen zur Welt. Zwei Jahre später musste sie mit ihrer Mutter und ihrer Schwester vor der Roten Armee fliehen.

Auch der Verband der Polen, die nach dem deutschen Einmarsch 1940 aus Gdynia vertrieben worden waren, reagierte skeptisch auf die Reiseankündigung. Steinbach stamme aus einer Besatzerfamilie, Rumia sei gar nicht ihre deutsche Heimat, erklärte Verbandschef Benedykt Wietrzykowski. Die Verbandsmitglieder seien aber zu alt, um gegen diesen Besuch auf die Straße zu gehen, sagte er.

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